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"Vereinigungskirche" oder "Mun-Sekte" ?In den Medien wird die Vereinigungskirche oft als "Mun-Sekte" bezeichnet. Häufig gestellte Fragen:Ist die Vereinigungskirche eine Kirche nach Österreichischem Recht?Es ist eine sehr österreichische - aus der Kaiserzeit stammende - Situation, dass der Staat Kirchen "anerkennt". Früher stand es dem Herrscher bekannterweise zu, Andersgläubige aus seinem Herrschaftsbereich zu verjagen. Die Anerkennung einer "Kirche" war also ursprünglich das Recht, im Habsburgerreich zu bleiben, obwohl man nicht katholisch ist.Das österreichische Recht kennt nur wenig anerkannte Kirchen. (siehe Webseite des Innenministeriums) In Deutschland ist die Vereinigungskirche ein unter diesem Namen eingetragener Verein. Warum strebt die Vereinigungskirche keine Eintragung als religiöse Bekenntnisgemeinschaft an?Seit 1998 gibt es sogenannte "Bekenntnisgemeinschaften". Laut Bundesgesetz ist zusammen mit dem Antrag der Nachweis zu erbringen, dass der religiösen Bekenntnisgemeinschaft mindestens 300 Personen mit Wohnsitz in Österreich angehören, welche weder einer religiöser Bekenntnisgemeinschaft mit Rechtspersönlichkeit nach diesem Bundesgesetz noch einer gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgesellschaft angehören.Dieser Ausschließungsparagraph ist aber genau das Gegenteil dessen, was die Vereinigungskirche will: Kein Mitglied der Vereinigungskirche wird gezwungen oder gedrängt, aus seiner früheren Glaubensgemeinschaft auszutreten. Im Gegenteil wertschätzt die Vereinigungskirche die Arbeit und das Fundament, das andere Religionen und Kirchen gelegt haben. Mitglieder der Vereinigungskirche waren früher oder sind noch aktiv in der katholischen oder evangelischen Kirche tätig oder standen sogar in kirchlichen Diensten. Dieses Fundament muss niemand, der sich zur Vereinigungskirche bekennt, verleugnen.
Ist die Vereinigungskirche eine Sekte?Die Vereinigungskirche ist keine Sekte. Die Verwendung des Begriffes "Sekte" für eine neue Religionsgemeinschaft ist nichts Neues. Auch Paulus wurde als Sektenführer angeklagt:Apostelgeschichte, Kap. 24:1-15 (Paulus vor dem Statthalter Felix) 1 Nach fünf Tagen aber kam der Hohepriester Hananias mit einigen Ältesten und Tertullus, einem Anwalt, herab, und sie machten bei dem Statthalter Anzeige gegen Paulus. 2 Als er gerufen worden war, begann Tertullus die Anklage und sprach: .... 5 Denn wir haben diesen Mann als eine Pest befunden und als einen, der unter allen Juden, die auf dem Erdkreis sind, Aufruhr erregt, und als einen Anführer der Sekte der Nazoräer; 6 der auch versucht hat, den Tempel zu entheiligen, den wir auch ergriffen haben; 7 von ihm kannst du selbst, wenn du ihn verhört hast, über alles dies Gewissheit erhalten, dessen wir ihn anklagen. - 9 Aber auch die Juden griffen [Paulus] mit an und sagten, dass dies sich so verhalte.10 Paulus aber antwortete, nachdem ihm der Statthalter zu reden gewinkt hatte: Da ich weiß, dass du seit vielen Jahren Richter über diese Nation bist, so verteidige ich meine Sache getrost. .... 14 Aber dies bekenne ich dir, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, so dem Gott meiner Väter diene, indem ich allem glaube, was in dem Gesetz und in den Propheten geschrieben steht, 15 und die Hoffnung zu Gott habe, die auch selbst diese hegen, dass eine Auferstehung der Gerechten wie der Ungerechten sein wird. Apostelgeschichte, Kap. 28:21-22: (Paulus auf Malta) 21 Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben über dich weder Briefe von Judäa empfangen, noch ist jemand von den Brüdern hergekommen und hat uns über dich etwas Böses berichtet oder gesagt. 22 Aber wir begehren von dir zu hören, welche Gesinnung du hast; denn von dieser Sekte ist uns bekannt, dass ihr überall widersprochen wird.
In der aktuellen "Sektendiskussion" wird der Begriff "Sekte" als etwas negatives bezeichnet. So impliziert schon der Titel der Broschüre "Sekten - Wissen schützt" des Bundesministeriums, dass Sekten generell etwas gefährliches sind. (siehe dazu Analyse von FOREF und persönl. Anmerkungen von J. Stampf) Diese Broschüre zeigt auch eine österreichische Eigenheit: Der Staat definiert, wer eine Sekte ist. Der Umgang des österreichischen Staates mit religiösen Minderheiten wird inzwischen von zahlreichen internationalen Beobachtern kritisiert. (US State Department, International Helsinki Federation for Human Rights) Erfreulicherweise kam eine Enquete-Kommission der deutschen Bundesregierung, die sich mehrere Jahre mit dem Thema "Sogenannte Sekten und Psychogruppen" beschäftigte, kam zum Schluss, den negativ besetzten Begriff "Sekte" nicht zu verwenden. Mehr darüber auf der Webseite der deutschen Vereinigungskirche. In Österreich ist man noch nicht so weit. PublikationenPublikationen über die Haltung des Staates zu religiösen Minderheiten, im Besonderen zur Vereinigungskirche, sind erschienen:
Nützliche Links zu diesem Thema:
Deutschland:
Weitere Stellungnahmen:
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11.08.2003 |