
Aus einem Lied der Vereinigungskirche
Die Vielzahl der Sensationsberichte, die wir aus der Tagespresse entnehmen, erzählt von jenen Leuten, die mit der Bewegung schlechte Erfahrungen gemacht haben. Bevor wir uns jedoch mit diesen Angriffen auseinandersetzen, sollten wir zunächst das Bild auszugleichen versuchen, indem wir uns Berichten von Moons Nachfolgern widmen. Die in den Kapiteln 2, 3 und 4 wiedergegebenen Kommentare kommen natürlich größtenteils von der "besten Seite" der Kirche, obwohl ich selbstverständlich auch Ex-Mitglieder und starke gegnerische Lager interviewt habe. Was der Außenseiter an der Bewegung nur mit Mühe verstehen kann, ist ihre tiefe geistige Seite. Die Mitglieder selbst sind vielleicht am ehesten in der Lage, diese Seite mit ihren eigenen Worten zu erläutern. Die hier wiedergegebenen Zitate stellen Höhepunkte dar, aber auf der anderen Seite wird die Bewegung oft genug so dargestellt, als hätte sie überhaupt keinen eigentlichen geistigen Kern. Es gibt keine religiöse Gruppe, die nur aus idealen Mitgliedern besteht. Man kann jeder idealen Erfahrung eine weniger ideale gegenüberstellen.
Die von mir benutzten Zitate sind Auszüge aus Tonbandinterviews, nach Ländern geordnet, in denen sie stattgefunden haben, oder--in einigen Fällen--dem Heimatland der interviewten Person zugeordnet, falls ich diese in einem anderen Land getroffen habe. ich habe hier nur Ort und Land eines Interviews angegeben und darauf verzichtet, Namen zu nennen. Es geht hier nicht um die Person an sich, sondern um deren Einstellung zur Kirche. In vielen Fällen, wie bei Gruppengesprächen, war es ohnehin nicht möglich, jeden Sprecher namentlich festzuhalten. Alle Antworten sind in ihrer ursprünglichen Reihenfolge wiedergegeben, da eine Zusammenstellung nach Themenkreisen die natürliche Lebendigkeit zerstören würde. In manchen Fallen kamen die Kommentare als Antworten auf meine Fragen, aber sehr häufig entstanden die bedeutendsten und aufschlußreichsten Aussagen ganz spontan im Verlauf einer Diskussion. Im Interesse dieser Spontaneität habe ich meine jeweilige Fragestellung hier nicht wiedergegeben.
In allen Fällen stellte ich umfassende Fragen zur Finanzierung der Kirche, zum Thema Straßensammlungen ("fund-raising") und Ansprechen auf der Straße, zu ihrer Missionsarbeit sowie den Zielen der Kirche in den verschiedenen Ländern und der jeweiligen Mitgliederzahl. Mit Ausnahme vielleicht des Verkaufs von Ginseng-Tee, der eine weltweite Geldeinnahmequelle zu sein scheint, gibt es kein einheitliches Konzept zur Beschaffung von Mitteln. Es gibt Unterschiede von Land zu Land und dem jeweiligen Wachstumsstand entsprechend.
Ziemlich häufig werden Geldmittel durch Zeitungs- oder Broschürenverkauf beschafft. Der Erlös fließt der Kirche als Spende zu. In anderen Fällen betreiben Mitglieder eine Druckerei und verkaufen die dort hergestellten Karten. Anderswo unterhalten sie größere handwerkliche und industrielle Unternehmen. Kerzen sind ein bevorzugtes Heimerzeugnis. Vereinzelt behalten Mitglieder auch ihre Arbeitsstelle bei und geben ihren gesamten Verdienst oder einen Teil davon zur Unterstützung der Kirche. Es scheint, daß die finanzielle Stabilität der Kirche im genauen proportionalen Verhältnis zur finanziellen Stärke und der Stabilität des jeweiligen Landes steht. Anders ausgedrückt: Deutschland ist wohl das erfolgreichste und finanziell am besten gesicherte Land im europäischen Raum; Frankreich kommt an zweiter Stelle, England und Italien sind etwas schwächer, aber dennoch erfolgreich. In kleineren Ländern wie Dänemark ist die Missionskapazität eher unbedeutend.
Hätte ich nicht schon für den Sommer Verpflichtungen in Europa gehabt, hätte ich wahrscheinlich niemals die dortigen Kirchenzentralen besucht. Rückblickend erscheint es mir als glücklicher Umstand, daß ich die Kirche zunächst im Ausland kennenlernte, bevor ich mit meinen Untersuchungen in Amerika begann. Kurz nach dem 4. Juli 1976 kamen wir in Frankreich an, wo ich wie gewöhnlich eine Pfarrvertretung an der American Church in Pa-ris übernahm. So benutzten meine Frau und ich die American Church als Ausgangspunkt, von wo wir nach England und später auch mehrere Tage nach Holland reisten. Danach fuhr ich nach Deutschland und Italien und beendete die Reise mit einem etwas längeren Aufenthalt in Kopenhagen.
Nach der Mitgliederzahl ist die Vereinigungskirche in Europa nicht groß, bestenfalls einige Tausend. So erzählten mir zum Beispiel die Herausgeber von DerSpiegel, sie fürchteten die Kirche in Deutschland nicht, weil sie nur so klein sei. Dabei übersehen die meisten Leute allerdings die Tatsache, daß sich fast alle Mitglieder ausschließlich ihrer Mission widmen. Der brauchbarste Vergleich ist wahrscheinlich der mit einer gemischt-klösterlichen Gemeinschaft. Das heißt, daß männliche und weibliche Mitglieder gemeinsam in einer Familie leben, jedoch als Brüder und Schwestern-- ein Modell, das in Japan erarbeitet wurde. Die meisten geben ihr Privatleben im Interesse der Kirchenarbeit auf. Auf diese Weise können eine Handvoll Mitglieder weitaus wirkungsvoller arbeiten als es eine wesentlich größere, normale katholische oder evangelische Kirchengemeinde vermag, in der die Mitglieder nur einen ganz geringen Teil ihrer Zeit der Kirchenarbeit widmen. Jedes Mitglied der Vereinigungskirche ist sozusagen ein ordentlicher Seelsorger. Mehr noch zählt aber, daß alle hauptamtliche Missionare sind, die sich für die Ausbreitung der Kirche einsetzen. Viele von ihnen arbeiten mit vollem Einsatz und rund um die Uhr.
Die Kirche zeigt in allen europäischen Ländern ähnliche Strukturen. In jeder Stadt besitzt sie Häuser, die als Gast- und Empfangszentren dienen. Menschen, die sich für die Kirche interessieren, werden eingeladen, an einem kurzen Seminar teilzunehmen. Gewöhnlich bedeutet das ein Wochenende in einem Trainingszentrum auf dem Lande. Diejenigen Teilnehmer, die danach ernsthafter interessiert sind, werden zu Studienseminaren von einer Woche oder länger eingeladen. Wie auch die Presse schon sehr häufig richtig bemerkte, liegen diese Stadtzentren und ganz besonders die Trainingszentren in landschaftlich reizvollen Gegenden. Die Gebäude sind beeindruckend, und mit wachsandern Erfolg der Kirche kommen immer attraktivere hinzu.
Das ist nicht ungewöhnlich. Wenn man sich in römisch-katholischen Orden umsieht, findet man sehr häufig Mönchs- und Nonnenklöster in auffällig schönen Landschaften. Ein mit mir befreundeter Mönch sagte einmal, als ich sein Kloster besuchte, das auf einem steilen Felsen mit Blick auf den Pazifik gebaut ist: "Wir Katholiken haben ein Auge für ein hübsches Stückchen Land." Auf der anderen Seite sind viele von Moons Weinen Stadtzentren recht einfach und von bescheidenem Äußeren. Zu Anfang sahen alle Zentren so aus, doch mittlerweile hat sich das mit zunehmendem Erfolg geändert.
Um noch einmal näher auf die Beweglichkeit und den internationalen Charakter einzugehen, folgt an dieser Stelle ein Interview, das in New York gemacht wurde. Der Gesprächspartner ist für die Ausbreitung der Bewegung in mehreren europäischen Ländern verantwortlich. Er ist Europäer, arbeitet aber zur Zeit mit Missionsteams in verschiedenen anderen Ländern, im Augenblick in den Vereinigten Staaten.
New York City. Interview mit einem der ersten europafischen Leiter der Vereinigungskirche. November 1976
"Wenn jemand die Göttlichen Prinzipien noch nicht kennt und sie zu studieren anfängt, dann entdeckt er Dinge, die er noch nie zuvor entdeckt hat. Zum Beispiel wird er sehr realistisch entdecken, daß Gott existiert. Das ist eine enorme Entdeckung--kein bloßer Glaube--es ist eine Entdeckung. Und durch diese Entdeckung verändert sich sein gesamtes Verhältnis zur Welt. Dinge, die vorher wichtig waren, sind plötzlich nicht mehr so wichtig. Andere Dinge werden dafür umso wichtiger. So verändert sich augenblicklich sein ganzer Maßstab. Und durch diesen Wandel handelt der Mensch auch ganz anders, sowohl gegenüber seiner Familie als auch allen anderen Menschen gegenüber. Aber die anderen können das nicht begreifen. Sie glauben, daß man diesem Menschen eine Gehirnwäsche verpaßt hat. In Wirklichkeit hat er aber etwas gefunden, das er nie zu finden geglaubt hätte . . ."
"Wir wollen keine Trennung, sondern eine Vereinigung. Wenn also die Leute sagen, daß wir Kinder von ihren Eltern trennen, dann wäre das genau entgegen unserem Ziel . . ."
"Die jungen Leute, die zu uns kommen, sind deshalb so von uns angezogen, weil sie hier etwas finden, das sie zuhause vermißt haben. Sehen Sie, wenn Sie einmal ganz tief die Liebe Gottes erlebt haben, müssen Sie sich zu Gott mehr hingezogen fühlen als zu allem anderen . . ."
"Unsere Kirche hat von Gott den Auftrag erhalten, die Welt zu vereinigen. Und so wird es in den nächsten zehn Jahren geschehen--und zwar auf höchst unerwartete, ungewöhnliche Weise. Wir werden vereinigt sein. Die Kirche wird dabei eine wichtige Rolle spielen . . . Die Dringlichkeit des Willen Gottes ist vergleichbar mit dem Bau von Noahs Arche. Er hatte nur eine begrenzte Zeit, sie zu bauen. Die Wasser kamen schon. Und ich glaube sehr stark, daß wir heute in einer ähnlichen Zeit leben. Aber die Leute sehen das nicht. Sie sehen nicht die Dringlichkeit. Wir sehen sie. Wir sehen das Unglück, in das die Welt hineinläuft. Ich weiß, daß wir nur sehr wenig Zeit haben. Aber die Menschen sind noch nicht bereit . . ."
"Die Kirche kann in ihrer Mission nicht versagen. Für den Erfolg dieser Mission in dieser Zeit mußten gewisse Dinge erfüllt werden--und diese Dinge sind erfüllt worden. Im Kampf zwischen Gut und Böse hat die gute Seite schon soviel gewonnen, daß sie jetzt die Welt erobern kann."
Da ich mich verpflichtet hatte, einen Monat in der American Church in Paris zu arbeiten, konnte ich die Kirche und ihre Aktivitäten in Frankreich tiefer als in anderen Ländern untersuchen, in denen ich mich nur kurz aufhielt. Einmal waren wir zum Mittagessen in die Pariser Zentrale gekommen und hatten uns bei der Gelegenheit ausführlich mit etwa einem Dutzend Mitglieder unterhalten. Es gab typisch französische Küche. Die Gruppe war gelassen und ein wenig schweigsam, obwohl sie schon Sensationsberichte der Presse und einen Bombenangriff auf ihre Zentrale erlebt hatten.
Paris. Mittagessen mit französischen Mitgliedern. Juli 1976.
"lch glaube, daß es Aufgabe unserer Kirche ist, Gottes Ideal, Gottes Willen auf diese Erde zu bringen und hier zu verwirklichen, damit die Welt sich ändert und alle Menschen glücklich leben können."
"Wir wollen alles Getrennte vereinen. Der erste Schritt in diese Richtung ist, die Vereinigung mit Gott, ein persönliches Verhältnis zu Gott anzustreben."
"Das traditionelle Christentum läßt viele Fragen unbeantwortet. Vieles über Gott bleibt unklar, ebenso über den Ursprung des Bösen und über das Ideal des Menschen. Ich glaube, daß die Göttlichen Prinzipien uns viele neue Dinge offenbaren, sehr viele Dinge."
"lch glaube, niemand hat jemals eine Kirche wie die unsrige gesehen. Wir kapseln uns nicht von der Gesellschaft ab: wir sind ein Teil davon. Deshalb denken die Leute manchmal auch, wir seien eine politisch-religiöse Sekte oder Bewegung."
"Wir erwecken bei Außenstehenden den Eindruck von Reichtum, als seien wir fähig, alles zu erreichen--mit Geld. Diese Leute wissen nicht um den Unterschied von weltlicher Macht und geistiger Kraft. Der Geist ist für uns das Wichtigste. Das ist es, was die Leute nicht verstehen."
"Wenn die Leute uns vorwerfen, wir seien keine Christen, dann begreife ich die Mission Christi besser denn je."
"Jetzt weiß ich, daß der Messias ein Schlüssel ist, ein Mittler, eine Tür, ein Tor. Eigentlich aber ist es Gottes Ideal, daß jeder von uns zu solch einem Messias, zu einem wahren Sohn Gottes wird. Die Frage ist, ob Rev. Moon nach Jesus der Eine unter Vielen ist. Jeder muß diese Frage für sich selbst beantworten. Wenn ich Ihnen die Theorie aufstelle ,Herr Moon ist der und der', dann hat das keinen Wert. Unsere Aufgabe ist es, Zeugnis abzulegen von dem, was wir erleben."
"lch glaube, wir alle möchten gerne zu unserer Lebzeit sehen, daß sich die Welt verändert. Und wir glauben natürlich, daß wir die Welt rasch verändern können und es auch schaffen werden. Ich weiß nicht genau, was geschehen wird und wie es geschehen wird. Das Entscheidende ist, glaube ich, daß wir unser möglichstes tun. ich bin sicher, daß selbst Gott nicht ganz genau wissen kann, was geschehen wird. Wenn er das wüßte, bedeutete das, daß der Mensch keine Entscheidungsfreiheit hätte. Alles hängt nur davon ab, wie der Mensch sich entscheidet."
"Seit Anbeginn der Geschichte wandern wir schon in einem langen Tunnel. Unsere Aufgabe ist sehr einfach: wir müssen den Menschen zeigen, daß wir der Ausgang sind."--
Als nächstes ging es weiter nach Norden zu einem größeren Trainingszentrum in der Nähe von Rouen. Es ist ein Schloß, das zu der Zeit gerade restauriert wurde. Bei unserer Ankunft waren dort kleine internationale Gruppen--wie es dem Pariser Universitätsmilieu entspricht--zu einer Vortragsreihe zusammengekommen. Im Laufe des Tages hatte ich Gelegenheit, mich sowohl mit älteren Kirchenmitgliedern, die die Seminare leiteten, zu unterhalten als auch mit den Gästen, die die Kirche noch nicht näher kannten und deshalb das Wochenende zu tieferem Kennenlernen nutzten. Einer der Diskussionsteilnehmer war ein interessanter junger Mann, der kurz vor dem Studienabschluß zum Jesuiten-Priestertum gestanden hatte, als er der Bewegung beitrat.
Rouen, Frankreich. Unterhaltung im Trainingszentrum. Juli 1976.
"lch spürte, daß ich mit diesen Leuten etwas erreichen konnte. Wir lernen, eine neue Familie, eine neue Gesellschaft zu bauen."
"lch glaube, daß man Gott nirgendwo lebendiger erfahren kann als in der Vereinigungskirche."
"lch möchte verstehen, was Gott tut. Wenn ich einem Irrtum erliege, werde ich das später erkennen. Wenn es aber Wahrheit ist, dann bedeutet das für mich eine Verantwortung, der ich mich nicht entziehen kann. und ich möchte meine Verantwortung auch tragen."
Ein anderes Mal fuhren wir für zwei Tage in die Gegend südlich von Lyon. Dort hatten wir Gelegenheit, sowohl mit der örtlichen Gruppe als auch mit einem der umherreisenden "fund-raising" Teams (Straßenverkaufsteam) zu sprechen, das seinen Sitz in Lyon hatte. Zu dieser Gruppe gehörte auch jenes junge Mädchen, das später in der ganzen französischen Kirche berühmt wurde: die Mutter hatte zunächst Presse und Fernsehen alarmiert und anschließend ihre Tochter öffentlich aus der Kirche entführt. Das Mädchen kehrte jedoch wieder zurück und ist heute noch Mitglied.
Lyon, Frankreich. Unterhaltung im Zentrum mit dem "fund-raising" Team. Juli 1976.
"Die Leute sehen, daß wir immer weitermachen. Selbst nach soviel Verfolgung beten wir noch, sogar mehr als zuvor."
"Durch die Göttlichen Prinzipien hat uns Reverend Moon gezeigt, wie wir näher zu Gott kommen können. Das ist der Grund, warum wir ihm folgen und er die Welt verändern kann."
"lch sage immer, daß er ein Mann Gottes ist--ein Mann, durch den wir Gottes Wirken fühlen können. Er ist ein Mann, der die Botschaft Christi fortsetzt."
Als letzte Station auf unserer Frankreichreise besuchten wir ein Trainingszentrum außerhalb von Paris, in der Nähe von Versailles, wo ein großer Teil der französischen Kirche zu einem Familienabend zusammengekommen war. Wir erlebten ihre traditionelle Familiengeselligkeit und hatten auch Gelegenheit zu Diskussionen, wobei jedoch die große Zahl der Beteiligten einen Austausch nicht einfach machte. Der Abend gehörte den Amateurtalenten.
Paris. Französische Kirchenleiter. Juli 1976.
"Wir können das Böse überwinden. Wir kennen den Ursprung des Bösen."
"lch beginne jetzt, die Erfahrung der Liebe Gottes in meinem Herzen zu fühlen. Das hat mich völlig verändert. Ich entdeckte dadurch, wie ich den Mitmenschen im täglichen Leben Gottes Liebe geben und gleichzeitig den Einfluß des Bösen abwehren kann."
"lch kann nur für mich selbst sprechen. Als ich anfing, die Göttlichen Prinzipien zu studieren, fühlte ich Gottes Liebe wirklich als die meines Vaters, der mich seit Ewigkeit liebt."
"Wir sind die Soldaten einer großen Revolution, des Herannahens einer neuen Zeit, der einen Welt unter Gott, wo Gott in unseren Herzen leben wird, in unseren Häusern, unserer Gesellschaft, unserer Nation. Wir leben in einer Zeit, in der wir das geistige und das physische Leben vereinen müssen, also Religion, Politik, Wirtschaft, Kultur, Kunst usw."
Nach unserer Ankunft in London gingen wir zunächst zu der modernen Etagenwohnung in der Innenstadt, in der die Zentrale der englischen Kirche untergebracht ist. Nachdem wir uns kurz mit den dort anwesenden Mitgliedern bekannt gemacht hatten, brachen wir bald darauf in Richtung "Farm" auf. Diesen Bauernhof erhielt die Kirche von einem Ehepaar, das wesentlich älter ist als die meisten neuen Mitglieder. Tatsächlich hatten sie die Kirche erst durch ihre Tochter kennengelernt. Wenig später wurden sie Mitglieder, die Tochter aber trat wieder aus der Kirche aus. Während dieser Zeit gaben sie der Vereinigungskirche den Hof. Er brauchte dringend eine Renovierung, und so sind die Mitglieder, die ihn jetzt bewirtschaften, dabei, die Gebäude auszubessern. Neben der intensiven und ertragreichen Hofbewirtschaftung werden hier gleichzeitig Seminare abgehalten. Diejenigen, die zum Studium herkommen, fassen zwischen den Vorlesungen mit an. (Der Leiter ist erst dann richtig glücklich, wenn jeder Gast ein bißchen Mist an den Schuhen hat). Nach einer gemeinsamen Mahlzeit mit den Mitgliedern, die den Hof bewirtschaften, fuhren wir weiter zu einem Haus, in dem die Kirche eine Grundschule einzurichten plant. Ihr Ziel ist es, die eigenen Kinder--und auch andere, deren Eltern es wünschen--in christlicher Atmosphäre zu erziehen.
Von dort fuhren wir zu einem Hof, der jedoch nicht bewirtschaftet wird, sondern der Familie als Zentrale für verschiedene Aktivitäten dient. So sahen wir hier die Druckerpresse, mit der die Karten und Broschüren für Straßenverkaufsaktionen, sowie kircheneigene Zeitschriften und Literatur gedruckt werden. Daneben befindet sich hier die Zentrale für die Missionsteams, die in alle Teile Englands reisen. An dem Abend aßen wir gemeinsam mit der gesamten Belegschaft, etwa dreißig bis vierzig Leuten. In der Familie beginnt jede Zusammenkunft mit Gesang, der in diesem Falle schottisch, irisch, und walisisch klang.
Nach dem Abendessen folgte eine Gesprächsrunde, an der sich alle Versammelten mit Fragen und Antworten beteiligten. Die englische Kirche scheint zu blühen, wenn auch nicht ganz so kräftig wie die deutsche und vielleicht etwas weniger als die französische.
Ein Bauernhaus vor den Toren von London. Gespräch mit englischen Mit-gliedem. Juli 1976.
"Was mich zunächst anzog, waren die Leute, die ich dort traf. sie sprachen zu mir von Gott und dem Herzen Gottes. Sie waren sehr aufrichtig, sehr hingebungsvoll."
"lch bin immer schon sehr gottgläubig gewesen, aber ich konnte Gott nicht in der etablierten Kirche finden."
"Es hat mich verändert. Das können Sie mir glauben. Vorher war ich die meiste Zeit betrunken."
"lch habe verstanden, was Freiheit bedeutet. Vorher hatte ich immer geglaubt, ich wäre frei, aber jetzt ist mir klar geworden, daß ich nicht frei, sondern in meiner Selbstsucht gefangen war."
"Reverend Moon hat uns gelehrt, daß Gott eine andere Kirche aufbauen wird, falls die Vereinigungskirche das Reich Gottes auf Erden nicht errichtet."
"Es ist ein Privileg, in der Bewegung sein zu dürfen. Es hat nichts mit Zwang zu tun. ich weigere mich zu glauben, daß man jemals das Reich Gottes auf Erden unter irgendwelchem Zwang errichten könnte. Das ist ganz ausgeschlossen. Es kann nur aus freiem Willen heraus getan werden."
"Wie regiert Gottes Geist die Welt? Er möchte sie mit Liebe regieren. Die Welt nach himmlischen Prinzipien zu regieren ist nichts Furchterregendes, sondern etwas sehr Schönes."
"Es muß ein Schock für die Eltern sein, solch eine Veränderung in ihrem Sohn zu beobachten. Ich selbst habe durch die Prinzipien Gott wirklich erfassen können, sowohl verstandes- als auch gefühlsmäßig. Dadurch hat sich mein Leben derart verändert, daß es einen völligen Bruch mit meinen Eltern herbeigeführt hat. ich mußte mein Leben für die Welt einsetzen, nicht nur für meine Familie. Das schafft natürlich Konflikte. Man liebt seine Familie sehr, aber jetzt bedeutet Familie die ganze Welt."
"lch glaube, wenn Menschen sich wirklich wie Brüder und Schwestern aufrichtig lieben und wirklich ihr Herz sprechen lassen, dann werden es alle Menschen spüren und weitergeben."
"Reverend Moon ist das Werkzeug Gottes in der Wiederherstellung des Menschen. Weil in der heutigen Zeit die Voraussetzungen günstig sind, möchte Gott eine Person zum Mittelpunkt seiner Liebe machen. Für mich ist Reverend Moon diese Person."
"Wenn du die Liebe Gottes erfährst, kannst du unmöglich vor ihr davonlaufen. Ich bin der Kirche beigetreten, nicht weil ich es gewollt habe, sondern weil ich keine andere Wahl hatte. Ich habe die Liebe Gottes so tief empfunden, daß ich wußte, ich konnte ohne sie nicht weiterleben. Und diese Empfindung vertieft sich mehr und mehr."
In Amsterdam besuchten wir zunächst das Kirchenzentrum in der Stadt. Dort erfuhren wir, daß die Tätigkeit der Kirche in Holland nicht sehr ausgeprägt und die Mitgliederzahl nicht besonders hoch ist. Einige der holländischen Mitglieder befinden sich im Ausland. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es gleich weiter zum Trainingszentrum am Strand außerhalb von Amsterdam (in Bergen aan Zee). Bei den vielen Jugendlichen, die täglich durch den Bahnhof zur Stadtbesichtigung hereinströmen, ist es nicht verwunderlich, daß sich in diesem Zentrum die internationale Studentenschaft sammelt. Es wurde gerade ein kurzes Seminar mit Studenten aus vielen Ländern abgehalten. Auch hier blieben wir wieder zum Abendessen und konnten die Seminarteilnehmer und auch die für das Zentrum verantwortlichen Kirchenmitglieder interviewen.
Wir erfuhren, daß Holland kein leichtes Missionsland ist. Die Holländer seien sehr zurückhaltend--teilte man uns mit--wenn es darum ginge, auf der Straße über Religion zu sprechen. Diejenigen aber, die sich der Kirche anschlössen, seien dann auch unbeirrbare Mitglieder, die häufig als Missionare ins Ausland gingen.
Amsterdam. Gespräch mit holländischen Kirchenmitgliedern. Juli 1976.
"Deine Liebe zu Gott muß stärker sein als die Liebe zu Dir selbst. Das ist es, was die Göttlichen Prinzipien lehren."
"Die Vereinigungslehre ist wiederhergestelltes Christentum, genau genommen ist sie Christentum in seiner Reife."
Auf unserer kurzen Deutschlandreise fuhren wir zunächst zu dem Gebäude in Frankfurt, das als Zentrale die vielen Kirchenzentren in ganz Deutschland versorgt. Die Lehrtätigkeit konzentriert sich jedoch auf zwei Trainingszentren, eines in der Nähe von München und das andere bei Frankfurt. Beide Zentren habe ich besucht, und ich hatte dort Gelegenheit, mich mit den Seminarteilnehmern zu unterhalten.
In Europa benutzt die Kirche allgemein VW-Busse, in Deutschland aber jagten wir in einem schwarzen Mercedes mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometern über die Autobahn. Neben den Vereinigten Staaten und Japan ist Deutschland das stärkste und erfogreichste Missionsland, sowohl von der Mitgliederzahl als auch vom Finanziellen her gesehen. Dementsprechend werden die Missionsteams, die als Dreiergruppen ins Ausland geschickt werden, jeweils mit einem Japaner, Amerikaner und einem Deutschen besetzt. In Europa ist Deutschland ganz eindeutig Mittelpunkt der Mission.
Deutschland. Gespräche mit den Leitern des Trainingszentrums bei Frankfurt. August 1976.
"Wir sind tatsächlich bereit, uns zu opfern--nicht für Reverend Moon als Person, sondern für die gesamte Menschheit und die Ideale, für die wir leben."
"Wenn ein Leiter der Vereinigungskirche jemals etwas tun sollte, das den Göttlichen Prinzipien widerspricht, würde ich seinem Beispiel ganz gewiß nicht folgen."
"lch habe volles Vertrauen in Reverend Moon, und ich bin überzeugt, daß er von mir nichts Unmoralisches verlangen würde."
"ln unserer Bewegung ist es durchaus nicht so, daß wir uns alle zu Reverend Moon als Person hingezogen fühlen, sondern vielmehr zu dem, was er sagt und tut."
"Gehirnwäsche ist eine lächerliche Beschuldigung. Es ist eine geistige Wiedergeburt oder auch positive Umerziehung. Heutzutage suchen nur so wenige Menschen danach, daß alle glauben, so etwas gäbe es gar nicht mehr."
"Die Leute brauchen Sensationen. Die Zeitungen können sie ja nicht einfach mit der Aussage füttern, daß da eine Gruppe ist, die schöne Erfahrungen mit Gott macht und daß diese Menschen versuchen, sich selbst und die Welt zu bessern. So eine Zeitung würde ja kein Mensch kaufen."
"lch weiß, wie sehr wir uns alle einsetzen. Wir alle arbeiten hundert Prozent an der Verwirklichung dieses Ideals. Es ist eine starke Versuchung, jemanden etwas vorzumachen, damit er eine Spende gibt, aber niemand von uns könnte ein solches Verhalten rechtfertigen. Es ist absolut verkehrt, und wir verurteilen es auch."
"Wir haben alle wunderbare Dinge beim Straßenverkauf erlebt. Wir geben den Menschen etwas."
"Wir sind nicht nur eine religiöse Bewegung. Wir verändern die Gesell-schaft auf vielen Ebenen. Wir arbeiten durch Organisationen, um Einfluß sowohl auf die Erziehungs- und Wirtschaftsreform auszuüben als auch auf die Politik. Wenn wir aufrichtig arbeiten und unsere Ziele darlegen, kann man das nicht als "falsche Fassade" bezeichnen."
"Wir unterstützen keinerlei Ideologie, welcher Nation auch immer. Die Idee der Vereinigungskirche ist es vielmehr, die ganze Menschheit zu vereinen, eine große Familie zu bilden, in der die Völker sich respektieren und einander lieben können."
"Nein, ich fühle mich nicht von Reverend Moon abhängig, sondern ich fühle mich von Gott abhängig und glaube, daß die Göttlichen Prinzipien uns eine Lebensrichtung geben."
"lch persönlich fühle mich etwas abhängig von Reverend Moon. Er hat mich zu Gott geführt. Ihm verdanke ich es, daß ich Gott erleben konnte und auch zu einer tieferen Beziehung zu den Mitmenschen gefunden habe als es mir jemals zuvor möglich gewesen wäre."
"Eines muß ich klarstellen, daß ich nicht zu Reverend Moon bete und noch nie zu ihm gebetet habe. So etwas ist ja lächerlich."
"Wir in der Familie sprechen über viele Dinge, über die draußen niemand spricht. Wir sprechen über die geistige Welt, was den meisten Menschen völlig fremd ist."
"Wir bemühen uns in dieser Organisation um Einigkeit. Es geht uns aber nicht um eine nur äußere Einigkeit, wie man sie im Militär erleben kann, sondern um die Einigkeit im Herzen."
"lch glaube, daß dieses Ideal für immer bleibt. Wenn auch Reverend Moon wie jeder andere sterben wird: sein Ideal wird weiterleben."
"Gott hat einen Stichtag für die Wiederherstellung der Welt, und wir glauben, daß der Wendepunkt zur Veränderung gekommen ist."
"Wir erwarten bedeutende Ereignisse bis 1981, aber wenn die Wiederherstellung bis zum Jahre 2000 verlängert werden muß, wird das Leben für mich schwieriger werden. Dann muß ich noch mehr Opfer bringen. Aber solange ich dieser Bewegung angehöre, macht es mir nicht viel aus."
"lch glaube nicht, daß es nötig ist, Millionen von Menschen zu bekehren. Eine Handvoll genügt."
Manchen, Deutschland. Gespräche in einem Zentrum der Kirche. August 1976.
"Es beeindruckte mich zutiefst, wie frei sie waren und wieviel glücklicher als ich. ich weiß jetzt, daß man nur durch ein selbstloses Leben mit allen diesen Problemen fertig werden kann."
"Die Leute können nur schwerlich verstehen, warum Gott so eine Bewegung ins Leben ruft. sie werfen uns mit einer Reihe anderer religiöser Gruppen in einen Topf und sehen keinen Unterschied."
"Es lag hauptsächlich an dem gestörten Verhältnis mit meinen Eltern. Ich habe nie über geistige und seelische Dinge mit ihnen gesprochen. Ich habe ihnen nie meine Gefühle für solche Dinge dargelegt. Sie waren sehr schockiert, als ich hier Mitglied wurde, und sie haben sehr heftig darauf reagiert."
Da ich früher schon einmal ein Jahr in Rom verbracht hatte und dort für die Benediktiner als Lehrer tätig gewesen war, freute ich mich schon auf meinen Besuch in Italien. Die Zentrale der Vereinigungskirche befindet sich in Milano, aber wir fuhren direkt weiter zum Trainingszentrum am Comer See, wo gerade ein Wochenendseminar stattfand. Die italienische Kirchenfamilie macht einen entspannten Eindruck. Sie hat kaum Probleme mit den Eltern der Mitglieder. Einige Elternpaare waren an dem Wochenende im Zentrum. Sie schienen weniger bereit, Streitgespräche über die Lehren zu führen, so lange sie die Menschen mochten, mit denen ihre Kinder jetzt Umgang hatten. Für mich als puritanischem Amerikaner war es interessant zu entdecken, daß der Katholizismus in Italien toleranter auf die Moonies reagiert als wir uns vorstellen können. Im Italien von heute sind die marxistisch-politische Linke und das Finanzchaos die vorherrschenden Themen. Die Moonies sind hier nur eine unter vielen nicht anerkannten Gruppen, die wie Pilze aus dem Boden schießen und einfach toleriert werden.
Comer See, Italien. Gespräch in einem Zentrum für Wochenendseminare. August 1976.
"lch habe mir schon immer gewünscht, in einer Gemeinschaft zu leben. Und ich konnte sehen, daß diese Menschen ihre Ideale vollständig verwirklichten."
"Unsere Bewegung wünscht die Vereinigung aller Kirchen, und das ist es, was ich sehr schätze, ebenso wie ihre Dynamik. Was gesagt wird, wird auch getan."
"Als ich Reverend Moon getroffen habe, habe ich erkannt, daß die Prinzi-pien sein Leben sind. Er sprach nicht nur darüber, sondern er setzte sie in die Tat um. Er beeindruckte mich als ein Mann tiefen Glaubens und vor allem als ein Mann der Liebe. Was mich aber ganz besonders beeindruckt hat, ist, daß dieser Koreaner so sehr von den Japanern geschätzt wird."
"Was er öffentlich mit all seiner Überzeugungskraft aussagt, das teilt er auch dem Einzelnen mit viel Liebe mit."
"lch sehe zwischen Reverend Moon und Christus eine Verbindung, weil beide die Verantwortung für die Welt übernommen haben."
"Jede Nation hat ihre Besonderheiten in der Verwirklichung der Prinzipien. Die Prinzipien sind für alle die gleichen, aber die Italiener z.B. entwickeln mehr die gefühlsmäßige Seite, das Herz; die Franzosen betonen mehr den geistigen Aspekt, während die Deutschen den Akzent eher auf das Verstandesmäßige legen."
"lch glaube nicht, daß wir selbst das Reich Gottes auf Erden bauen, sondern vielmehr, daß Gott sein Reich durch uns errichten wird."
"lch war von der geschwisterlichen Liebe unter den Mitgliedern sehr beeindruckt und auch davon, daß ich den Unterschied zu den jungen Leuten draußen sehen konnte. Sie sind so anders, daß ich dachte, ich träume. Ich lebe das größte Ideal, das man auf dieser Welt finden kann."
"Ja, es kommen Menschen hierher, die psychisch labil sind. Aufgrund ihres seelischen Zustandes verursachen sie Probleme während des Seminars."
"Wir versuchen, ihre Persönlichkeit zu stärken und ermutigen sie, ihrer Liebe zu anderen Ausdruck zu verleihen, anderen zu helfen. Wenn sie keine Liebe geben können, sind sie auch unfähig, welche zu empfangen."
"lch bin nicht der Meinung, daß wir armselig leben. Diesen Weg haben wir gewählt, um frei leben zu können."
"Verglichen mit dem, was er (Reverend Moon) für uns getan hat, empfinde ich, daß das, was ich tue, ein Geschenk für ihn ist."
Mein letzter Besuch führte uns für zwei Wochen nach Kopenhagen. Die dänische Familie ist zwar recht klein, aber auch recht dynamisch. Dasselbe gilt auch für alle anderen skandinavischen Länder. Die Bewegung hat hier keine großen Mitgliederzahlen und auch keinen außergewöhnlichen finanziellen Erfolg, aber sie ist relativ stabil. Wir hatten vor, zwei Wochen bei einem Freund in Kopenhagen zu verbringen, und so ergab sich die Gelegenheit, die kleine Kirchenfamilie in einer zwanglosen Atmosphäre kennenzulernen. In Skandinavien ist Missionsarbeit sehr schwierig, und selbst die Zeitungen nehmen keine Notiz von der Bewegung, weil sie so klein ist.
Kopenhagen. Gespräch mit Mitgliedern im Zentrum der dänischen Familie. August 1976.
"Es ist nicht nur graue Theorie. Man kann das, woran man glaubt, auch verwirklichen--und das ist sehr wichtig. Aber allein ist es nicht möglich; dar-um müssen wir es gemeinsam mit anderen Menschen vollbringen."
"Die Zukunft wird zeigen, ob es die Wahrheit ist, aber eines wissen wir mit Sicherheit: daß wir das Fundament legen."
"Reverend Moon lehrt uns, Opfer zu bringen. Wir sind bereit, unser Leben für Gott zu geben--und nicht nur sonntags mal für eine Stunde zur Kirche zu gehen. Nur, wenn wir hart arbeiten, können wir es schaffen. Dazu sind wir bereit. Es ist kein leichter Weg, aber wir sind dazu bereit."
Es war mir nicht möglich, Österreich zu besuchen, aber ich traf den dortigen Leiter in Amerika. Die Geschichte der österreichischen Kirche ist eine Geschichte der Unterdrückung. Die Vereinigungskirche ist jetzt in Österreich gesetzlich verboten.
Anmerkung: Der Vereinigungskirche wurde in Österreich der Rechtsstatus des eingetragenen Vereins versagt. Diese Entscheidung ist nur bei Kenntnis der besonderen österreichischen Vereinsgesetze verständlich, wonach oft die Auffassung vertreten wird, daß ein Verein nicht religiös tätig sein darf. Die Vereinigungskirche selbst ist nicht verboten. Ihre Tätigkeit ist völlig legal, wurde jedoch häufig behindert.
Washington, D.C. Interview mit dem österreichischen Kirchenleiter. November 1976.
"Gesetzlich existieren wir nicht mehr. wir sind jetzt wirklich eine Untergrundorganisation. Auf privater Ebene kann man aber eine Menge Dinge tun, die man als Organisation niemals hätte tun können. Wenn Sie meine Meinung zur Lage wissen wollen, so kann ich nur antworten, daß sie mir gefällt . . ."
"lch habe einmal zu meinen Leuten gesagt, daß mir nur eine Sache Angst macht. Das ist der Tag, an dem unser Leiden vorüber sein wird. ich glaube, die kämpfende Gruppe sollte klein gehalten werden . . ."
"lch stamme aus einer christlichen Durchschnittsfamilie, d.h. wir gingen jedes Jahr zu Weihnachten zur Kirche -- vorausgesetzt, daß es nicht regnete."