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Was sagen die Menschen in den Vereinigten Staaten?

"Children of the world unite!
Together we must change the wrong to right
"
Aus einem Lied der Vereinigungskirche

Meine Frau und ich verließen Europa Anfang September und bereiteten uns auf die lang geplante Reise nach Korea und Japan vor. Dann aber kam ein Anruf von der Zentrale der Vereinigungskirche, und man fragte mich, ob ich nicht zunächst wieder an die Ostküste zurückkommen wollte, um als Beobachter an der bevorstehenden "Washington Monument Rally" teilzunehmen. Es sollte Moons letzter öffentlicher Auftritt in den Vereinigten Staaten sein. Ich beschloß zu kommen, ohne mir jedoch der vollen Bedeutung dieser Rallye in den Augen der Mitglieder bewußt zu sein--ebensowenig wie der Tatsache, daß Mitglieder und Leiter aus der ganzen Welt in Washington versammelt sein würden. Für einen Interviewer bedeutet ein solcher Anlaß ein Festessen; so bat ich meinen Sohn, nach Japan vorauszureisen, um meine Arbeit vorzubereiten, damit unser Reiseplan eingehalten werden konnte. Nach Abschluß der Rallye flog ich noch am selben Tag ab, um ihn zu treffen.

In den Nachmittagsstunden vor der "Washington Monument Rally" und Reverend Moons Ansprache unterhielt ich mich mit zwei jungen Moonies, die Einladungskarten für die Rallye verteilten. Während ich mit ihnen über ihre Herkunft sprach und darüber, wie sie in die Kirche gekommen waren, kamen zwei junge Männer vom Monument her und baten mich, meine Aktentasche wegzunehmen, weil sie neben ihren Fahrrädern stand. Während sie die Verschlußkette lösten, entwickelte sich ein kurzes Gespräch. Einer der beiden schaute zu mir auf, während er mit der Kette beschäftigt war und sagte: "Sind Sie'n Moonie?", worauf ich verneinte. "Na," sagte er, kurz aufblickend",Sie sehen aber aus wie einer!" Und so sah ich auch aus, mit meinem ziemlich kurz geschnittenen Haar und meinem dunkelgrauen Reiseanzug. Und das war nicht das letzte Mal, daß Leute mir mißtrauisch begegneten, so als wären sie überzeugt, daß ich durch den Kontakt mit der Kirche meinen Verstand verloren hätte und tatsächlich--nicht nur äußerlich--ein Moonie geworden sei.

Um die Moon-Bewegung in Amerika und den Wirbel in der Presse richtig einschätzen zu können, muß man sich vor Augen halten, daß die Kirche in den Vereinigten Staaten nur vier- bis sechstausend Vollmitglieder und vielleicht noch etwa viertausend Teilzeitmitglieder hat. (Die Kirche entwickelt sich zu schnell für genauere Aufzeichnungen). Immer wenn ich vor Versammlungen über die Moon-Bewegung sprach und ihre Größe in Amerika schätzen ließ, erhielt ich unweigerlich Antworten, die die offiziellen Zahlen um das Zehnfache überstiegen. Es ist faszinierend, nicht wahr, wenn man bedenkt, daß eine so kleine Gruppe einen solchen Eindruck machen kann !

Die "Washington Monument Rally" bot Gelegenheit zu Treffen und Interviews mit einigen der Weltkirchenleiter. Ich stellte fest, daß es fast unmöglich ist, den Sinn der Städtetourneen zu erfassen, die Sun Myung Moon in allen fünfzig Staaten durchführte, oder die Bedeutung der Rallyes im Madison Square Garden, Yankee Stadium und schließlich am Washington Monument, wenn man der Kirche nicht angehört und auch keine Kenntnis ihrer Lehre hat. Es geht dabei nur in zweiter Linie um Öffentlichkeitsarbeit und Evangelisationskampagnen. Sie mit Billy Grahams Kreuzzügen zu vergleichen, hieße ihre Bedeutung mißverstehen. Zusammenfassend könnte man sie als providentielle Ereignisse bezeichnen, die--zeitlich sorgfältig geplant--durchgeführt werden müssen, wenn die Mission der Kirche erfolgreich sein soll. sie sind "vertikale Proklamationen", denen die Menschenmenge als Zeuge beiwohnt.

Wie die Zeitungen derzeit berichtet hatten, war die vorangegangene Yankee Stadium Rallye kein Erfolg. Jedoch war sie auch kein Mißerfolg im üblichen Sinne des Wortes. Nach der Vereinigungslehre ist das Durchstehen schwieriger Zeiten eine Grundlage für die Weiterentwicklung. Der plötzliche Wolkenbruch, der die Dekorationen zerstörte und viele Zuschauer vertrieb, dazu noch die Feindseligkeiten und Störungen sowohl im Stadium als auch außerhalb hatten nur zur Folge, daß die Mitglieder, dadurch angespornt, ihren Einsatz bei der nächsten Veranstaltung verdoppelten. In ihren Augen erfüllte die "Washington Monument Rally" ihren Zweck und war somit ein Erfolg, wenn auch die meisten Leute wohl nur gekommen waren, um die Musik zu genießen und das größte Feuerwerk der Welt mitzuerleben. Schließlich ging es bei der Veranstaltung nicht um Massenbekehrung, sondern um die Erfüllung eines göttlichen Zeitplanes.

Washington, D. C. Gespräch im Kirchenzentrum mit einem der ersten koreanischen Missionare in Amerika. September 1976.

"Führerpersönlichkeiten--ob herausragend oder nicht--sprechen wie Reverend Moon je nach Situation völlig unterschiedlich . . . Je nach religiöser Herkunft und intellektuellem Verständnis legen die Menschen Reverend Moons Lehren verschieden aus . . . Reverend Moon ist einer der potentiellen Erlöser, denn ein Erlöser muß ganz bestimmte Aufgaben erfüllen, die bis jetzt noch nicht erfüllt worden sind. Aus diesem Grunde kann ich nicht sagen, daß Reverend Moon der tatsächliche Erlöser ist. Ob er der Eine sein wird, kann ich jetzt noch nicht sagen . . . Reverend Moon hat sehr klar zu verstehen gegeben, daß er von anderen Menschen gelernt hat. Nicht alle Teile der Göttlichen Prinzipien stammen von Offenbarungen, die er selbst erhalten hat...

Bevor ich Mitglied wurde (1954), waren die Vorträge sehr einfach. Neue Mitglieder aus allen Schichten kamen zusammen und studierten gemeinsam. Sie teilten einander ihre Gedanken und Gefühle mit. So kam dieses umfassende Buch zustande, aber ganz zu Anfang war es sehr einfach . . .

Ich sah eine große Erleuchtung in den Göttlichen Prinzipien. In einigen Punkten fand ich Ähnlichkeiten zwischen den Lehren Swedenborgs und denen von Reverend Moon . . . Ich kann nicht genau sagen, was mich angezogen hat. Er selbst war von seinem Äußeren her nicht interessant. Rein äußerlich bestand auch die Gruppe aus unbedeutenden Leuten: nicht einer von ihnen war studierter Theologe. Ich empfand jedoch eine tiefe, geistige Atmosphäre, in der ich mich zu Hause fühlte. Aufgrund meiner geistigen Erfahrung weiß ich, wo Gott nahe ist . . . Ich dachte: "Wie kann es sein, daß diese Dinge ausgerechnet in Korea passieren?" Da ich aber von meinen Erfahrungen mit dem europäischen Christentum enttäuscht war, konnte ich verstehen, daß Gott, der ein so kleines Land wie Judäa auserwählte, um Jesus zu senden--auch Korea wählen konnte. Warum sollte Korea nicht das auserwählte Land sein?

Wir machen keine bewußten Anstrengungen, um eine warme Atmosphäre zu schaffen. Jeder, der sich anschließt, empfindet unendliche Freude und ein tiefes Gefühl der Hoffnung. Das macht alle glücklich. Wo glückliche Menschen zusammenkommen, entsteht eine glückliche und warme Atmosphäre . . .

Reverend Moon wird weiterlernen, oder im Laufe der Zeit weitere Offenbarung erhalten. Dann könnten sich seine Ansichten ändern. Aber solange der Kommunismus gegen Gott ist, wird Reverend Moon im anderen Lager sein . . .

Reverend Moon hat schon immer gesagt, daß wir Führungskräfte und einflußreiche Persönlichkeiten in unsere Bewegung bringen müssen, wenn wir erfolgreich sein und Gottes Willen erfüllen wollen. Er ist jederzeit bereit, mit führenden Männern Hand in Hand zu arbeiten. Wenn man diese Welt auf einem äußeren Niveau verändern will--wie kann man dann Religion und Politik völlig trennen?"

Nach meiner Heimkehr aus Europa beschäftigte ich mich intensiv mit den Gegnern der Bewegung. Der Nachrichtendienst des kirchenfeindlichen Lagers steht dem der Kirche in nichts nach. Wohin ich auch ging oder schrieb, ich stellte fest, daß die Kunde von meinem Studienprojekt mir schon vorausgeeilt war--gewöhnlich mit der negativen Randbemerkung "Gefährlich" versehen. Im Klartext hieß das, daß ich mich nicht von vornherein verpflichtet hatte, die Kirche zu zerstören oder zu entlarven. Ich war in der Nacht vor Moons September Rallye in Washington bei der Anti-Moon Wache am Lincoln Monument gewesen und hatte mit einigen Kirchengegnern Kontakt aufgenommen. Ich war auch nach White Plains, New York, gefahren, um Rabbi Maurice Davis zu besuchen, der zu den ältesten Gegnern zählt, und ich hatte Adressen der Anti-Moon Organisation erhalten. Gleich nach meiner Rückkehr nach Kalifornien verbrachte ich fast einen ganzen Tag in der Nähe von San Francisco mit Daphne Greene. Sie ist eine gut informierte Gegnerin, die den Kampf gegen die Kirche als ihre persönliche Mission betrachtet, seit zwei ihrer Kinder Mitglieder wurden. (Die Tochter ist noch dabei, der Sohn ist inzwischen wieder ausgetreten. Ich habe beide interviewt. Damals berichteten die Zeitungen von San Francisco davon, wie die Familie versuchte, die Tochter zu entführen und zu deprogrammieren, von der Verletzung des Mädchens in einem Handgemenge, ihrem Krankenhausaufenthalt und ihrer anschließenden Rückkehr in die Kirche.)

Durch diese Kontakte erhielt ich eine Unmenge Literatur und Interviews mit Deprogrammierern und ehemaligen Mitgliedern. Die Haltung der einzelnen Personen war sehr unterschiedlich und reichte von dem Schwur, die Kirche zu zerstören über eine neutrale Gesinnung bis hin zu einer wehmütigen Erinnerung an die Mitgliedszeit. Ich bin zu der absoluten Schlußfolgerung gelangt, daß es keine universelle Meinung oder Reaktion gibt, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche. Sich etwas anderes vormachen zu wollen hieße eine ungeheuer komplizierte Sachlage übermäßig vereinfachen.

Ich hatte mich entschlossen, selbst ein reguläres Studienseminar mitzumachen und wählte das Zentrum in Nordkalifornien, einesteils, weil es für mich günstig lag, zum anderen aber auch wegen seines schlechten Rufes. Ich begann mit einem Abendessen zusammen mit den anderen jungen Gästen im San Francisco-Zentrum in der Washington Street, während draußen eine Gegendemonstration vorbeimarschierte. Nach dem Abendessen und einem Einführungsvortrag brachen diejenigen unter uns, die am Seminar teilnehmen wollten, zum Zentrum in Boonville auf, das nördlich von San Francisco unweit der Mendocinoküste gelegen ist. Meine Betreuerin an diesem Abend war ein Mädchen, das später durch eine Verfügung des Vormundschaftsgerichtes aus der Kirche geholt und deprogrammiert wurde. Seither haben wir uns in einer Fernsehsendung in Chicago wiedergetroffen und auch Briefe über ihre Erfahrungen gewechselt.

Das Programm fing erst spät am Samstagmorgen an, da die ganze Nacht hindurch noch Gäste eingetroffen waren. Die Sache ist ganz einfach: man wird in kleine Gruppen mit jeweils einem Gruppenleiter eingeteilt, mit dem man die ganze Zeit zusammenbleibt. Jeweils ein Mitglied betreut einen Gast. Man macht Morgengymnastik, nachmittags Gruppenspiele und singt am Anfang jedes Vortrags geistige Lieder, die von einer gemäßigten Rock-Band begleitet werden. Das Gospelsingen wirkt erfrischend, aber es unterscheidet sich wirklich kaum von dem der Baptistenkirche, an deren Berglagern ich als Kind oft teilgenommen hatte. Auch dort war das Singen stark auf die Gefühle ausgerichtet. Das Wichtigste an dem Seminar sind die Vorträge, die die Grundideen der Prinzipien erläutern.

Ich hatte nach Boonville gewollt, weil das Zentrum am häufigsten in negativen Berichten erwähnt wird. Das liegt daran, daß in den Einführungsvorträgen weder die Kirche noch Reverend Moon erwähnt werden. Man sagte mir, daß das mit der besonderen Situation um Berkeley während der Ereignisse der Sechziger Jahre zusammenhinge. Um der damaligen Feindseligkeit zu entgehen, hatte man ein gesondertes Projekt ins Leben gerufen, die Creative Community Projects. Boonville ist das gesetzliche Eigentum dieser Gründung. Soweit ich es beurteilen kann, ist Boonville wirklich etwas Besonderes, denn jedes andere Trainingszentrum gibt seine Zugehörigkeit zur Vereinigungskirche klar zu erkennen. Boonville dagegen verschweigt dies und gibt dadurch Anlaß zu der Beschuldigung, daß Menschen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in die Zentren gelockt werden.

In jüngster Zeit war das Zentrum von San Francisco ständig in den Nachrichten. Für Schlagzeilen sorgte der Prozeß, den die Eltern von fünf Moonies angestrengt hatten. Es ging darin um die Vormundschaft für die volljährigen Kinder, um sie anschließend deprogrammieren zu lassen. Das Landgericht, das tiefes Verständnis für das Anliegen der Eltern zeigte, erteilte die Vormundschaft. Die Entscheidung wurde dann von einer höheren Instanz widerrufen, aber die Sache war noch immer ungeklärt, als dieses Buch in Druck ging. Wenngleich dieser Fall auch bedeutende Verfassungsprobleme aufwirft, beschäftigt uns jedoch im Rahmen dieser Studie nur die besondere Arbeitsweise der San Francisco Gruppe.

Vier der fünf betroffenen Mitglieder verlieben die Kirche, was die Verwundbarkeit der San Francisco Gruppe deutlich macht. Wie schon gesagt, Reverend Moon wird neuen Kontakten gegenüber nicht gleich erwähnt; vielmehr versucht die Gruppe, Interessenten für erzieherische und kulturelle Ziele zu gewinnen. Das klingt zunächst recht einladend; wenn die Mitglieder aber dann in eine kritische Situation kommen und weder im geistig-religiösen Leben verwurzelt sind noch die theologischen Hintergründe verstehen, lassen sie die Kirche leichter im Stich. Wenn man dazu ermutigt wird, seine eigenen Interessen zu verwirklichen, anstatt sich für ein höheres gemeinsames Ziel aufzuopfern, bricht man leicht seine Treue, wenn einem der Gang der Ereignisse nicht mehr zusagt. Offensichtlich bringt die indirekte oder "sanfte" Art der Einführung in die Kirche keine Beständigkeit. Entweder der Mensch akzeptiert Moons Lehren und übernimmt seine Lebensweise, oder aber die Hingabe ist oberflächlich und nicht von Dauer.

In der Gegend der San Francisco-Bay. Gespräch mit einem Führenden Kirchengegner. Oktober 1976.

"Wenn ich wirklich glaubte, es sei meine Aufgabe, Verantwortung für die gesamte Menschheitsgeschichte zu übernehmen, um uns von dem schrecklichen Übel zu erlösen, dann wäre ich ein armer Irrer. Es ist ein Leben im Schuldkomplex. Das ist der Grund, warum diejenigen, die austreten, nur noch laufen; sie drehen durch . . . man huldigt dort einer satanischen, negativen Theorie, und man tritt die menschliche Seele mit Füßen."

San Francisco. Interview in einem Kirchenzentrum mit einem Mitglied. Oktober 1976.

"Bei all den Entführungen fällt es den jungen Menschen hier sehr schwer, ihren Eltern noch zu vertrauen. Ich glaube, daß meine Verpflichtung Gott gegenüber mehr bedeutet, als mir zu Hause einen schönen Nachmittag zu machen . . ."

"Ich gehe gerne ,fundraising', Blumen auf der Straße verkaufen. Ich habe dadurch soviel gelernt--wie demütig sein und ruhig bleiben, wenn die Leute einen anschreien . . . Mir ist nicht bekannt, daß hier Druck auf Leute ausgeübt wird, damit sie etwas spenden. Ich weiß nur von Menschen, die Geld spenden, weil sie glauben, daß dieses Geld so größeren Zwecken dienen kann als wenn sie es selbst behielten . . ."

"Ich fühle mich verändert. Es kommt ganz allmählich. Ich bin demütiger geworden und habe gelernt, anderen zuzuhören. Früher habe ich die Menschen ständig kritisiert. Ich glaube nicht, daß es eine radikale Veränderung ist, wenigstens keine, die einen erschreckt. Ich habe dadurch mehr inneren Frieden gefunden . . ."

"In den meisten Familien herrschte schon ein gespanntes Verhältnis, bevor die Kinder hierher kamen. Ihr Aufenthalt hier ist der auslösende Faktor, der den Konflikt dann zum Ausbruch bringt. Wenn aber die Eltern ihre Kinder wirklich lieben, dann sollten sie hierher kommen und zu verstehen suchen, warum die Kinder so handeln . . ."

"Als ich die Prinzipien studierte, konnte ich mich vor Begeisterung kaum fassen. Es stimmte wirklich alles daran. Das Aufregende an den Prinzipien ist, daß sie nicht nur eine intellektuelle Sache sind. Je mehr man danach arbeitet, je mehr man anderen Menschen gibt, umso tiefer wird das Verständnis. Man kann denselben Vortrag immer wieder anhören. Je mehr man seinen Inhalt in die Tat umsetzt und man sein Verhältnis zu Gott vertieft, desto größer wird das Verständnis."

San Francisco. Interview in einem Kirchenzentrum mit einem der Leiter. Oktober 1976.

Wir versuchen, die Unternehmungslust der Menschen anzuspornen. Weniger als ein Prozent aller mit uns ("Creative Community Projects Foundation") in Verbindung stehenden Leute sind tatsächlich ganztägig mit dem Blumenverkauf beschäftigt...

Ich stamme aus einer jüdisch-orthodoxen Familie in New York. Es fiel mir sehr schwer, eine wahre Beziehung zu Gott aufzubauen, obwohl ich den starken Wunsch danach hatte... All diese Geschichten über Gehirnwäsche sind die reinste Ironie. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich behaupten, daß wir ein herausforderndes, verantwortungsschweres Dasein führen . . .

Ungefähr ein Prozent der an einem Gemeinschaftsprojekt (der "Creative Community Projects Foundation") Beteiligten schließen sich der Vereinigungskirche an. wir besprechen es mit ihnen, aber wir zwingen niemanden dazu . . .

Ich verstehe mein eigenes Leben als die Erfüllung meines jüdischen Erbes, des Bundes mit Gott. Ich versuche, religiösen Menschen verständlich zu machen, was es bedeutet, sich in einer Welt zusammenzuschließen, die Gottes Ideal, den Bund mit Gott, widerspiegelt."

Claremont, Kalifornien. Interview mit einem ehemaligen Kirchenmitglied. Oktober 1976.

"Was mich ursprünglich bewog, mich näher damit zu beschäftigen, war der Begriff des für uns leidenden Gottes .... Ich bin immer unabhängig gewesen und habe immer nur getan, was mir gerade einfiel. Aber man kann das für echte Werte aufgeben. Ich hatte nicht das Gefühl, durch Täuschung dazu gebracht worden zu sein. Ich empfand es vielmehr so, daß ich etwas aufgab, um dafür etwas anderes zu erhalten .... eventuell gehe ich wieder zurück. Ich stehe der Sache nicht negativ gegenüber. Alles, was ich sagen kann, ist, daß ich mir noch nicht klar darüber bin, ob das der richtige Platz für mich ist oder nicht."

Claremont, Kalifornien. Interview mit einem Ex-Moonie, der freiwillig ausgetreten ist. November 1976.

"Ich habe äußerst gemischte Gefühle. Ich glaube noch immer fest an die Kirche, und wenn ich mich noch einmal entscheiden könnte, ich glaube, ich würde nicht wieder so handeln (d.h. austreten) . . . Ich habe viele der führenden Leute kennengelernt, und es besteht für mich nicht der geringste Zweifel, daß sie sich uneingeschränkt für die Sache einsetzen. Ich bin sicher, daß nicht einer von ihnen nach persönlichem Gewinn strebt. In meiner Mitgliedszeit hat es nichts gegeben, das mich enttäuscht hätte . . .

Ich habe so hart gearbeitet, daß ich nicht mehr konnte. Ich fühlte mich so leer, daß mir alles egal war. Jeder hat seine eigene Grenze, wieviel er aushalten kann. Ich bin an meiner Grenze angekommen--nicht etwa, weil man mich soweit gebracht hat, sondern weil ich es selbst so gewollt habe. Ich bin freiwillig so weit gegangen. Niemand hat mich jemals dazu getrieben....

Was die Leute zum Weggehen bewegt? Bei den Leuten, die ich beobachtet habe, war es Enttäuschung, glaube ich. Und eine Menge anderer gehen, weil sie nicht bereit sind, so hart zu arbeiten, wie sie sollten und wie es erforderlich ist....

Ich glaube, wenn ich alles noch einmal durchmachen müßte, fände ich die Kraft durchzuhalten und dabei zu bleiben. Sie binden einen nicht an und halten einen nicht zurück. Und wenn man sich entschließt, auszutreten, dann kann man das ungehindert tun.

Claremont, Kalifornien. Interview mit einem ehemaligen Mitglied, das entführt und unter Zwang deprogrammiert wurde. Zur Zeit hilf t die Person mit, andere zu deprogrammieren. November 1976.

"Es ist eine schreckliche Erfahrung. Alles zu haben, was einen zu einer Persönlichkeit macht, seine Wertvorstellungen, Loyalität, Richtlinien--und dann zusehen zu müssen, wie sich das alles völlig ändert. Es ist schockierend. Ich denke mir, daß es wie ein Nervenzusammenbruch ist. Und da gibt es einen Bereich, in den tiefer einzudringen ich mich fürchte, weil ich weiß, daß ich mir selbst nicht trauen kann ....

Auf eine Art war das Leben in der Kirche eine wunderschöne Erfahrung. Man ist einander sehr nahe, arbeitet Hand in Hand und hat ein Ziel im Leben. Alle sind voller Begeisterung und gegenseitiger Achtung. Es gab für mich dort einiges, das erfreulich und gut war, und das allein zählt wirklich. Man verspürt dort soviel Hoffnung. Ich finde, man hat dort wirklich das Gefühl, daß man etwas erreicht. In jedem Tag liegt so viel Befriedigung ....

Ich glaube nicht, daß man jemanden deprogrammieren kann, der in guter Verfassung ist. sie müssen sich in die Enge getrieben fühlen.... Wir haben uns immer besonders um die Leute gekümmert, die etwa sieben Monate dabei waren. An dem Punkt erwischt es einen und man will austreten. Wieviele Male habe ich dagesessen und nur noch geweint, weil ich weggehen wollte und nicht konnte....

Mit der Zeit glaubst du ganz fest, daß Gott auf dich angewiesen ist, daß das Schicksal der Welt auf deinen Schultern ruht, und daß alles von jeder einzelnen deiner Entscheidungen abhängt. Du möchtest unter keinen Umständen versagen."

Weiter ging es nach Osten, für ein Interview im Theologischen Seminar der Kirche in Barrytown, New York, von wo ich anschließend nach Washington, D.C. zu einer Konferenz und dann nach Bosten zu einem Ehemaligen-Treffen des Pamona College wollte. Im Rahmen meiner Studie traf ich im Seminar mit Studenten zusammen, die von der Moon-Hierarchie ausgewählt worden waren, um an Universitäten weiter zu studieren. Zum Thema Schauergeschichten erfuhr ich von einer Gruppe von Mitgliedern, die von professionellen Kidnappern entführt und deprogrammiert worden waren. Es gelang ihnen jedoch, zu flüchten und zur Kirche zurückzukehren. Die Dramatik und Aufregung all dieser Entführungen und Fluchtabenteuer stellt jeden Wild-West Film in den Schatten. Die herzzerreißenden Szenen der Familienkonflikte übertreffen die kühnsten Träume der Drehbuchautoren rührseliger Fernsehserien. Als nahe standen auf meinem Programm Interviews mit all den Kirchenleitern, die ich bis dahin noch nicht getroffen hatte. Außerdem bat ich darum, dabei zu sein, wenn Reverend Moon mit seinen Nachfolgern sprach. Ich hatte sämtliche verfügbare Kirchenliteratur sowie Dutzende von Niederschriften der Reden Moons ("Master Speaks") gelesen, aber ich wollte selbst Zeuge einer solchen Ansprache sein. Daraufhin erhielt ich nicht etwa eine Einladung zu einer seiner regelmäßigen Ansprachen in einem Sonntagsgottesdienst, sondern man bat mich, am Kindertag, einem der vier Feiertage der Kirche, ihr Gast zu sein.

Bei meiner Ankunft war "Haus Belvedere" (in Tarrytown, New York) schon von Menschen überflutet. Ich wurde erst später hereingebeten, nach Abschluß einer Zeremonie, bei der nur Mitglieder zugelassen waren. Reverend Moon hatte mit seiner Rede angefangen, und Colonal Pak übersetzte. In der Ansprache behandelte er--größtenteils aus seiner ureigenen, speziellen Sicht--Bibelthemen des Alten Testaments; diese Rede dauerte über zwei Stunden. Sie hätte ohne weiteres bis zu vier oder sechs Stunden dauern können. Derartige Veranstaltungen finden in der ehemaligen Garage des Anwesens statt, die jetzt in einen Sitzungssaal umgewandelt und durch einen Zeltvorbau soweit vergrößert werden kann, daß ungefähr zweitausend Personen darin Platz finden. Entgegen jeglicher Erwartung geht es nicht zu wie bei einer emotionsgeladenen Veranstaltung, sondern eher wie bei einem freundlichen Familientreffen.

Tarrytown, New York. Interview mit einem amerikanischen Kirchenleiter. November 1976.

"Unsere Mitglieder sind übereifrig, weil sie noch so jung sind. Ich erinnere mich noch an die ersten Leute, die ich angesprochen habe. Ich versuchte wirklich, sie mit Gewalt zu bekehren. Und niemand nannte das Gehirnwäsche, weil das nicht der Fall war. ich war einfach felsenfest überzeugt, daß es für sie nichts Wichtigeres gab, als die Dinge auf meine Art zu sehen-- daß ich sie befreien wollte .... Wir glauben ganz fest, daß man durch die Zusammenarbeit mit Reverend Moon zutiefst verstehen lernt, wie sich Gott unser Leben wünscht. Wir glauben, daß er solch ein direkter Weg für uns ist. Das konnte ich deutlich fühlen ....

Veränderungen gibt es überall. Aber unsere Kirche ist der absolute Inbegriff ständiger tiefgreifender Erneuerungen. Es ist Reverend Moon persönlich, der stets für Aufregung sorgt ....

In Korea befand sich die Bewegung in ihrer Gestaltungsstufe, dann in Japan in der Wachstumsstufe. In Amerika wird sie ihre Vollendung erreichen. Ich glaube nicht, daß die Kirche in Amerika schon richtig aus sich herausgegangen ist. Meiner persönlichen Überzeugung nach werden sich die amerikanische Kirche und Kirchentradition erst jetzt herauskristallisieren. Jetzt, da er (Reverend Moon) sich neuen Aufgaben zuwendet, glaube ich, wird die echte Tradition der amerikanischen Kirche entstehen....

Ende 1972 hat das "fund-raising" so richtig begonnen. Belvedere war unser erstes Projekt. Dafür war einfach mehr Geld nötig, als wir jemals aufzubringen hofften. Wir brachen alle anderen Aktivitäten ab und konzentrierten uns nur darauf, das Geld aufzutreiben. Für uns war das eine revolutionäre Idee--und eine Glaubenskrise zugleich. Wir hatten das Gefühl, es niemals schaffen zu können und doch spürten wir, daß wir es einfach schaffen mußten. Und so haben wir es auch geschafft .... Inzwischen ist es in manchen Orten sehr schwierig geworden, Geld für die Vereinigungskirche zu verdienen. Daher lastet ein ungeheurer Druck auf den Mitgliedern, das gesteckte Ziel zu erreichen, und gleichzeitig ist die Versuchung sehr groß, andere zu täuschen oder absichtlich vage Angaben über ihre Arbeit zu machen. Und das heiße ich nicht gut, und ich weiß auch, daß Reverend Moon es strikt ablehnt ....

Ich habe das Gefühl--und ich bin mir ziemlich sicher, daß Reverend Moon der gleichen Ansicht ist--daß ein Großteil des Aufsehens um die Kirche in den kommenden sechs Monaten abklingen wird. Die Kirche wird tiefer in das Gefüge Amerikas hineinwachsen, um dann später als eine solide und dauerhafte Institution hervorzutreten....

Das Gesündeste an unserer Kirche ist, daß er (Reverend Moon) uns alle anspornt, mit ihm Schritt zu halten. Er ist der Schrittmacher....

Die Mitglieder aus jüdischen Familien kamen in unsere Kirche, weil sie hier etwas zu finden hofften, das in ihrer Tradition nicht mehr lebendig ist und geradezu darauf wartete, wiedererweckt zu werden....

In der kommenden Generation werden wir uns der Erziehung unserer Kinder mit ganz besonderer Aufmerksamkeit widmen."

New York City. Gespräch in der nationalen Zentrale der Vereinigungskirche mit den Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit und mit ausgewählten Mitgliedern. September 1976.

,Wir sind unsererseits jetzt viel stärker bemüht, die Öffentlichkeit über unser Wirken aufzuklären. Vor vier Jahren war das noch nicht der Fall."

Die Bewegung wächst derartig schnell und ist schon so bekannt, daß die Eltern ihre Informationen nicht mehr bei ihrem Sohn oder ihrer Tochter, sondern aus den Medien beziehen."

"Familien, in denen Spannungen und Gefühlskonflikte bestanden, deren Mitglieder stark besitzergreifende Beziehungen untereinander hatten-- solche Familien machten eine ungeheuer schwierige Zeit durch, als ihre Kinder in die Kirche eintraten. Es scheint, als sei das ein auslösender Faktor, der alle unterschwelligen Probleme an die Oberfläche bringt. So machte man die Kirche zum Sündenbock. Sie wurde für sämtliche Probleme zwischen Eltern und Kindern verantwortlich gemacht, obwohl diese Probleme überhaupt nichts mit der Kirche zu tun hatten."

"Wir versichern unseren Eltern: Ich liebe Euch sehr, aber ich habe eine Aufgabe, die über unsere Familie hinausgeht. Könnt Ihr das verstehen, und könnt Ihr mich gehen lassen, damit ich tun kann, was ich für richtig halte?"

"Viele Mitglieder bleiben fest in der Kirche. Einige jedoch, die zu Anfang überschwenglich begeistert waren, überlegen es sich später noch einmal und sagen sich dann: Das ist viel zu hart für mich. ich will keinen Weg gehen, der soviel persönlichen Einsatz verlangt.--Dann springen sie ab und müssen die Scherben Ihres vorherigen Lebens wieder zusammensammeln."

"Ich wollte Krankenschwester werden. Meine Eltern sahen eine drastische Veränderung in mir vorgehen. Ich war damals Fachschülerin und beschloß innerhalb von zwei Wochen, meine Ausbildung abzubrechen. Daran erkannten sie, wie sehr ich mich verändert hatte, und sie schlossen daraus, daß mit meinem Verstand etwas nicht in Ordnung sein müsse."

"Mitglied der Kirche zu sein bedeutet, einige persönliche Ziele, die man vorher verfolgt hat, aufzugeben. Irgendwo in unserem Innern möchten wir manchmal glauben, daß die Kirche ein Schwindel ist. Wenn man nämlich in seinen egoistischen Lebensstil zurückfällt, braucht das Gewissen etwas, um sich zu rechtfertigen, denn man fühlt sich schuldig, fortgegangen zu sein."

"Ich persönlich habe durch meine Entführung keinen Schaden genommen, aber meine Familie hat sich selbst damit geschadet, glaube ich. ich kann ihr nicht mehr vertrauen. Mein Vertrauen zu meiner Familie ist völlig zerstört, und dabei standen wir uns so nahe. Das ist wirklich tragisch."

"Ich bin jetzt seit zehn Jahren in der Kirche, und ich habe manchmal gedacht, ich weiß nicht recht, vielleicht sollte ich nach Florida ziehen und mir dort ein hübsches Apartment und einen Farbfernseher kaufen. Wenn ich jemals aus der Kirche austreten sollte, müßte ich in aller Ehrlichkeit als Grund dafür nennen, daß ich nicht mehr bereit war, Opfer zu bringen, den beschwerlichen Weg zu gehen, daß ich einfach aufgeben und ein wenig für mich selbst leben wollte."

"Ehemalige Mitglieder sind sehr idealistische Menschen, da sie auf den Ruf der Kirche reagierten. Und die einzige Rechtfertigung für ihren Austritt ist, die Kirche als eine schlechte Sache hinzustellen, damit sie nicht zugeben müssen, das sie sich gedrückt haben."

"99 Prozent all derer, die austreten, sind der Kirche weiterhin freundlich gesinnt. Kirchenfeindlich zu werden ist gewissermaßen eine Schutzmaßnahme, um sich der Kirche nicht mehr verbunden zu fühlen. Man sucht das Gefühl zu verdrängen, eine gute Sache verraten zu haben."

"Auf diejenigen, die deprogrammiert worden sind, wartet eine Familie, die aus deprogrammierten Mitgliedern besteht--Anti-Moon Leuten. Und sie fühlen sich genauso zueinander hingezogen wie wir hier, verbunden durch ein gemeinsames Ziel und den gleichen Glauben."

In der Gegend von Boston. Interview mit einem Psychiater, der Mitglieder und Ex-Mitglieder behandelt hat. November 1976.

"Es ist ziemlich einfach zu lernen, wie man das Benehmen, die Denkweise, die Einstellung, den Geist und das Schicksal einer anderen Person fast vollständig kontrollieren kann....

Ihre Haltung ist unmenschlich. Das heißt, daß das Individuum und seine persönliche Weltanschauung unwichtig sind. Es gibt dort kein spezielles, echtes Bemühen um die idiosynkratischen individuellen Eigenschaften des Mitmenschen ....

Das erste, was die Eltern an ihren Kindern feststellen, ist, daß sie nicht mehr dieselben sind. Sie sehen die Eltern kaum noch an, ihre Ausdrucksweise hat sich verändert, sie benutzen ein unkomplizierteres Vokabular. Sie sind humorlos, grundlegend humorlos .... Von diesem Zeitpunkt an befindet sich das Individuum im Zustand der Gedankenkontrolle. Man könnte auch sagen, daß ich glaube, daß an diesem Punkt das emotionale und intellektuelle Wachstum blockiert wird. Was ich hier beschreibe, ist eine rapide und katastrophale Veränderung ihres geistigen Zustands, ihrer intellektuellen Funktionen. Sowohl beim Ein- als auch beim Austreten aus diesem Zustand besteht die erhöhte Gefahr eines Nervenzusammenbruchs ....

Moonies sind im allgemeinen junge Studenten--begabt und recht zuverlässig ....

Ich glaube auch, daß eine freie Gesellschaft dadurch Risiken eingeht-- was die geistige Gesundheit angeht--daß sie den Leuten erlaubt, frei zu sein."

Washington, D. C. Interview mit einem der ersten Anhänger aus Kalifornien, jetzt Kirchensprecher. November 1976.

,Der Gedanke, mich vollständig zu verändern, fesselte mich immer mehr. Das war aber unmöglich, solange ich selbstsüchtig und grundlegend materialistisch eingestellt war. . . Ich war sofort von der ganzen Atmosphäre dort beeindruckt. Man erhielt dort ein anderes Gefühl für den Wert des Lebens. Ein Gefühl von Einigkeit, Liebe und Harmonie....

Ich glaube, er (Moon) hat stets dieses brennende Verlangen, doch wägt er sorgfältig ab, inwieweit er es zeigen kann, wenn er jemanden zum ersten Mal gegenübersteht--sei es einer Nation, einer Gruppe oder einer Person. Er ist ein Mann von ungewöhnlicher Willenskraft und Entschlossenheit. Ich glaube, sein Ziel ist stets unwandelbar gewesen. Ich glaube, er zeigt das jetzt deutlicher....

Ich bin überzeugt, daß die Führungskräfte der Kirche vor Gott genauso nach ihren Früchten gerichtet werden wie jeder andere. So wie ich die Kirche sehe, bringt sie Menschen näher zu Gott und auf eine höhere Ebene. Aber die Kirche ist nicht vollkommen ....

Meiner Meinung nach sollten Religionen eigentlich keine Verlierer sein. ich glaube, der größte Mythos im Christentum ist, daß man ans Kreuz genagelt werden muß, um gerettet zu werden. Ich glaube, daß die Angst vor dem Erfolg oder das Davonlaufen vor dem Erfolg einfach dumm ist. Der Erfolg an sich verdirbt den Menschen nicht. Satan verdirbt den Menschen. Das ist ein Unterschied. Materielle Dinge und Macht können sowohl für einen guten Zweck benutzt als auch für einen schlechten Zweck mißbraucht werden ....

Ich habe mich dieser ganzen Sache verpflichtet, obwohl ich die damit verbundenen Risiken erkannte. Jeder muß selbst entscheiden, welcher Weg für ihn der beste ist. ich muß darüber nachdenken, ob das, was ich tue, auch am wirkungsvollsten ist. und diese Frage werde ich mir mein Leben lang stellen....

Ich glaube, daß unser geistiges und physisches Fundament 1981 eine erhöhte Ausbreitung erfahren wird. In welchem Maße, kann ich nicht sagen .... Worauf ich mich persönlich beziehen kann und was ich zur Zeit erfahre, ist, daß sein Einfluß--seine Ideen, seine Persönlichkeit, seine Gefühle--große Veränderungen in mir herbeigeführt haben. Ich glaube, daß Gott durch Reverend Moon arbeitet, ja, ich betrachte ihn als die zentrale Figur, durch die Gott heute wirkt. Ich glaube, daß Reverend Moon die Sünde besiegt hat. Dieser Mann lebt in einem Zustand geistiger Reinheit wie kein Mensch jemals vor ihm. Ich glaube, daß die Welt erlöst werden wird, allerdings wird die Vollendung des Werkes wohl nicht mehr zu Reverend Moons Lebzeiten geschehen."

Washington, D.C. Interview mit einem amerikanischen Zentrumsleiter November 1976.

"ln der Anfangszeit der Bewegung mußte man geistig sehr stark sein. Die geistigen Erfahrungen der frühen Tage waren viel tiefgreifender, glaube ich. Damals gab es kein "fundraising". Die Austrittsquote war sehr hoch, weit höher als heutzutage. Das Zentrumsleben war noch ziemlich ungeregelt und erhielt erst viel später einen gewissen äußeren Rahmen ....

Bis vor kurzem hatten wir keine Probleme mit den Eltern. Als Reverend Moon jedoch nach Amerika kam und sagte, daß große Aufgaben zu bewältigen seien und die Zeit sehr dränge, brachen viele junge Leute ihr Studium ab, um an der Wiederherstellung mitzuarbeiten. Das änderte alles. Jungen Menschen fehlt es häufig an Einfühlungsvermögen und Umsicht bei Probleme mit ihren Eltern.

Wir leben in einer Zeit der Dringlichkeit. Das ist es, was die Leute nicht begreifen."

Washington, D.C. Interview mit einem amerikanischen Mitglied. November 1976.

"Ich habe Gott als Realität entdeckt und habe erfahren, wie er durch mich arbeitet. Ich bemühe mich noch mehr, zu seiner Verfügung zu stehen, damit er mich zu seinem Werkzeug machen und durch mich die Wahrheit der Prinzipien zeigen kann .... Ich glaube, daß er (Moon) mein geistiger Vater ist. Die Prinzipien sind absolut grundlegend: indem du für andere Menschen lebst, ist Gott in dir. Wenn du Liebe gibst, kommt mehr Liebe zurück. Aber zuerst muß man selbst geben ....

Er möchte uns gerne segnen und zur Vollkommenheit führen, sowohl als Einzelperson als auch als Familie. Die Entwicklung in diese Richtung hat schon begonnen und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Der Begriff der "Wahren Eltern" ist ein notwendiges Symbol, um der Menschheit bewußt zu machen, daß sie eine Familie ist. "Wahre Eltern"-- das bedeutet, einen Vater gefunden zu haben, wie ihn niemand von uns jemals gekannt hat. Wir müssen noch einmal in den Kindergarten zurück, um die Sprache des Geistes und die Bedeutung des Herzens zu erlernen ....

Ich glaube, daß der Weg, den wir seit unserem Beginn bis heute zurückgelegt haben, weiter war als der, den wir noch bis zur Erfüllung gehen müssen."

Washington, D.C. Interview mit einem der frühen Leiter der amerikanischen Kirche. November 1976.

"Ich warte schon auf das Ende der "fundraising" Aktion. Bedauerlich, aber leider notwendig, was wir tun. Für viele Mitglieder bedeutet es eine große seelische Überwindung, andere dagegen haben tiefe Erlebnisse dabei. Ich glaube, die Anweisung von der Zentrale lautet, daß man die Zugehörigkeit zur Vereinigungskirche bejahen soll, falls jemand diese Frage stellt. Unaufgefordert braucht man es jedoch nicht zu sagen. Ich glaube, daß am Anfang vor allem noch junge Leiter sich nichts dabei dachten, diese Tatsache zu vertuschen. Daraus haben wir eine Lehre gezogen--das hoffe ich jedenfalls ....

Die Kirche hat ihre Mitglieder nicht dazu angehalten, häufig nach Hause zu gehen. Dadurch gewannen jüngere Mitglieder den Eindruck, der Wunsch, nach Hause zu wollen, sei nicht recht ....

Es gibt keine regelmäßige Beratung für Leute, die Probleme haben. Andererseits haben die Menschen manchmal nicht den Mut, ihre Glaubensprobleme einem Außenstehenden anzuvertrauen."



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