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Was kann uns die Bewegung lehren?

"Oh, can't you hear it, brother
And won't you come along
To build the heavenly Kingdom,
And sing a brand new Song!
"
Aus einem Lied der Vereinigungskirche

Welche Fragen zwingt uns Moon zu beantworten?

Zunächst einmal, wie sieht das "Leben mit Vater" wirklich aus? Ex-Moonies scheinen miteinander darum zu wetteifern, wer in Magazinartikeln die schlimmsten Schauergeschichten über seine oder ihre Behandlung erzählen kann. Ist nichts Wahres an diesen finsteren Geschichten? Etwas schon, aber wie kann man eine Übertreibung zulassen? Hat denn niemand innerhalb der Bewegung eine positive Erfahrung, ein Erfolgserlebnis? Offensichtlich schon, zu Tausenden. Berichte betonen häufig, daß Moonies einen glasigen Blick haben. Ich habe versucht, etwas darüber herauszufinden, während ich sie in den Zentren bei der Arbeit beobachtete. "Wir lächeln viel" ist eine Erklärung der Mitglieder. Sie beten auch viel. Aus einer anderen Perspektive betrachtet, könnte man hinzufügen "wie es sich gehört". Sie sind mit Übereifer für die Sache engagiert.--Wenn Sie an die Sache glauben, werden Sie das großartig finden; andernfalls mag Ihnen das gleiche Phänomen "sonderbar" erscheinen.

Das Buch Doomsday Curt (1966) von dem Soziologen John Lofland ist ein dürftig kaschierter Bericht vom Leben in der frühen Zentrale der Vereinigungskirche in der San Franzisko Bay. Aus meiner praktischen Erfahrung heraus würde ich sagen, daß er einige genaue Beobachtungen bezüglich der Wesensart, der Techniken und der Verhaltensweise der "Moonies" bietet. Zwei Fragen drängen sich einem dabei auf: (1) Die abschließende Stellungnahme des Buches erklärt, daß die Bewegung sich zwar abmüht, aber dennoch erfolglos ist.--Wie erklärt sich dann ihr späteres Wachstum? (2) Der Autor vermittelt ein ziemlich negatives Bild vom Leben und dem Charakter der Beteiligten. Alle erscheinen eher ein wenig pathetisch oder zum Fürchten.--Da viele dieser frühen Missionare in ihrer Pionierzeit am Aufbau der Kirche in der ganzen Welt mitgearbeitet haben und heute erfolgreiche Leiter sind, fragt man sich, welche Energiequellen sie gefunden haben, die Lofland übersehen hat.

Rabbi Davis hat die Atmosphäre der Moon-Zentren als "Pfadfinder-Welt" beschrieben, und nach meiner Erfahrung ist etwas Wahres daran. Auch hier ist es wiederum so, daß man diese Bezeichnung auf verschiedene Art und Weise verstehen kann. Wenn Sie es so auffassen, daß "Leben" hier so etwas wie ein ständiges Herumschlagen mit einer Schauspieltruppe aus einem Fernsehkrimi bedeutet, dann wären die Moon-Zentren Vergnügungszentren. Wenn Sie aber andererseits der Meinung sind, daß der Sinn religiöser Gemeinschaften darin liegt, ein von der Welt abgesondertes, besseres Leben aufzubauen, dann ist die "warme, liebevolle" Atmosphäre, die die Moon-Familie zu schaffen sucht, kein wirklichkeitsfremdes Getue, sondern ein Zeugnis ihrer Absicht, einen neuen Lebensstil zu begründen. Die Wahl liegt bei Ihnen.

Gibt es dann also keine internen Probleme für die Bewohner eines Moon-Zentrums? Natürlich stehen alle religiösen Gemeinschaften, die nach einem hohen, strikten Ideal zu leben versuchen, Problemen gegenüber. Als Gast habe ich zweifellos die bessere Seite des Lebens in den Zentren zu Gesicht bekommen. Unter der Oberfläche liegen viele Probleme, da bin ich sicher. Ich habe einmal ein Jahr lang in einem römisch-katholischen Haus in Rom gelebt. Dort schwelten ständig sexuelle Probleme unter der Oberfläche. Als ich einmal in der Eingangshalle auf eine Gruppe zukam, sagte einer der Mönche: ,.Ah, Sie kommen gerade zur rechten Zeit, um uns tratschen zu hören."

Nicht alle, die ich in jenem Jahr in Rom kennengelernt habe, sind Ordensleute geblieben. Einige blieben es überraschenderweise und andere schieden ebenso unerwartet aus. Heißt das, daß religiöses Leben, wie ich in jenem Jahr gesehen habe, Lug und Trug ist? Meiner Ansicht nach keineswegs. Es bedeutet, daß Religion stets eine "heikle Sache" ist, denn oft zieht sie Menschen mit Problemen an, und dann verlangt sie Opfer von ihnen. Daraus entstehen unweigerlich Explosionen, die manchmal großen Schaden anrichten. Alles in allem kann man sagen, daß Religion manchen Menschen Gutes bringt und sie in wünschenswerter Weise verändert, während sie anderen wiederum schadet.

Die Mitglieder in den Zentren waren gewöhnlich schon auf meine Ankunft vorbereitet. Dieser Eindruck eines "einstudierten Ablaufs" glich sich jedoch durch die eher negativen Erfahrungsberichte einiger anderer wieder aus. Wichtiger noch, ich verbrachte so viele Stunden und Tage in den Zentren, daß ich in ruhigen Stunden meine eigenen, ungezwungenen Beobachtungen vom Leben um mich herum machen konnte.

Man muß vielleicht als erstes verstehen, daß die Vereinigungskirche sich als die "neue Christenheit" betrachtet. Mitglieder verstehen das dahingehend, daß sie zur Verkörperung einer idealen geistigen und physischen Welt werden müssen. Ihrer Auffassung nach war dieses doppelte Himmelreich ursprünglich von Gott geplant, aber bis heute war seine Errichtung nur auf der geistigen Ebene möglich. Gott hat gelitten--wie auch die Moon-Bewegung leiden muß; ihr Lebensziel ist es jedoch, Gottes Freude wiederherzustellen--ein äußerst lebendiger Geist, wenn er Anklang findet. Sie glauben, daß der Vormarsch der Wahrheit jetzt unaufhaltsam weitergeht und daß sie heute schon daran beteiligt sind. sie leben abseits, um so zu wahren Söhnen und Töchtern Gottes zu werden.

Die Beschreibungen in der Presse vermitteln dem Leser den Eindruck, daß die Kirche etwas Militaristisches an sich hat. wie bei den meisten Anschuldigungen ist auch hier ein Körnchen Wahrheit dabei; dennoch ist dies ein äußerst ungenaues Bild. Aus meiner eigenen Beobachtung der Arbeit der Kirche betrachte ich es als irreführend. Es gehen keine täglichen Befehle aus. Die Hierarchie ist weitaus weniger strukturiert, und sie ist auch viel flexibler als die einer Militärorganisation, ja sogar flexibler als die der katholischen Kirche. Die Moonies benutzen das Bild der Familie, um sich selbst darzustellen, und ich halte das für recht zutreffend. Man muß sich darunter allerdings die orientalische Familienstruktur vorstellen und nicht die neuzeitlich lockere, amerikanische Familie, in der alle Mitglieder die gleiche Stellung haben, ihre eigenen Wege gehen und nur durch das gemeinsame Dach über dem Kopf zusammengehalten werden. In der Moon-Familie gibt es die Tradition und Autorität des älteren Mitgliedes; die Kommunikation funktioniert wie in einer Familie. Man muß über Mittler gehen, die dem familienüblichen Weg über den älteren Bruder, Onkel, Cousin oder das Familienoberhaupt entsprechen. Im Gegensatz zum verbreiteten Image gibt Reverend Moon keine täglichen detaillierten Befehle aus, wenigstens nicht, soweit ich das feststellen konnte. Projekte werden beschlossen und Leiter dafür ernannt; diese sind dann sich selbst überlassen und können das neue Projekt eigenständig betreiben. Zu den häufig einberufenen Konferenzen reisen die Leiter von überall aus der Welt an. Pläne werden erneut überprüft, dazu gibt es rasche Wechsel von einem Verantwortungsbereich in einen anderen. Wie im Neuen Testament in dem Gleichnis von den Talenten erhält jeder seine selbständige Aufgabe, über die er aber häufig Bericht erstatten muß.

Besonders die jungeren Mitglieder wechseln oft zu neuen Aufgaben über, dabei muß man aber zwei Faktoren berücksichtigen: (1) Diejenigen, die in guter Verfassung sind, sind unbedingt bereit, alles zu tun, was von ihnen im Interesse der Sache verlangt wird. (2) Sofern die Leiter verständnisvoll sind, werden die Leute nicht einfach blindlings herumkommandiert, vielmehr geht dem Wechsel eine gewisse Beratung und private Besprechung vor-aus. Man ist flexibel in seiner Funktion und hat auch einige Wahlmöglichkeiten, wenngleich auch während der Kampagnen schnelle Wechsel und Beweglichkeit die Hauptmerkmale der Bewegung sind ("bringt eure Schlaf-säcke mit"). Das tägliche Leben bestimmt der Zentrumsleiter, dessen Funktion man am ehesten mit der des Abts einer gemischten Klostergemeinschaft vergleichen kann. Da es den Leitern häufig an Reife mangelt, kommt es vor, daß Mitglieder falsch behandelt werden.

Die Vereinigungskirche ist wahrscheinlich in mehr Unternehmungen aktiv, als es sich selbst die meisten Mitglieder vorstellen können. Abgesehen von den zahlreichen Geschäftsunternehmen und "fund-raising" Aktionen, die weltweit ebenso ausgedehnt wie kompliziert ablaufen, gibt es noch kulturelle Tätigkeitsbereiche, zum Beispiel Symphonie und Tanz. Vorträge und Konferenzen bilden ein ständig wechselndes Kaleidoskop, das sich von Land zu Land unterscheidet. Der Durchschnittspressebericht trifft nur die Spitze des Eisberges und neigt dazu, sich auf einige, immer wieder erwähnte Aktivitäten zu konzentrieren, wie "fund-raising" auf der Straße und Immobilienkäufe. Man muß tatsächlich rund um die Welt von einem Zentrum zum anderen fahren, will man sich vom Umfang und der Vielzahl der verschiedenen Kirchenaktivitäten und Zukunftspläne eine Vorstellung machen.

Ein Aspekt ist die Anpassungsfähigkeit der Mitglieder an neue Beschäftigungen. Leute ohne Branchenerfahrung veröffentlichen plötzlich eine Zeitung in London, New York oder Tokio. Stadtjungen betreiben nördlich von London Ackerbau. Ein jeder nimmt am "fund-raising" teil, entweder auf der Straße oder in kircheneigenen Betrieben. Alle sprechen in der Öffentlichkeit Menschen an und stehen ständig unter dem Druck, neue Anhänger zu finden. Die Anwerbung ist nicht pastoral oder rituell. Entgegen mancher Annahme beruht das Zentrumsieben auf einer laufenden Vortragsserie. Deshalb übernimmt jeder, der länger in der Bewegung bleibt, auch einmal Lehrfunktionen. Viele stellen sich vor, daß hier die Methoden der Pfingstkirche praktiziert werden; das ist aber absolut nicht der Fall. Die Einführung ist eher akademisch, der Schwerpunkt liegt auf Vortrag und Studium, was viele als besonders anziehend für intellektuell orientierte Jugendliche und für Jugendliche im Hochschulalter schlechthin betrachten.

Das erste Erfahrungsbild wird hauptsächlich durch Trainingszentren und Vorträge geprägt. Nicht Reverend Moon, wie es Presseberichte darstellen, sondern die Göttlichen Prinzipien sind immer der Mittelpunkt der Ausbildung und ebenfalls im allgemeinen Leben der Kirche. Lehre, Training und Aufbautraining laufen fortwährend, aber unter der Oberfläche all dieser Geschäftigkeit wächst das, was der Außenstehende am wenigsten sieht: eine lebendige, internationale Familie. Die Aufmerksamkeit der Presse richtet sich auf Massenhochzeitszeremonien. An diesen sorgfältig geplanten Ereignissen nimmt jeweils eine bestimmte Anzahl von Personen teil, die an einem ausgewählten Datum von Reverend Moon und seiner Gattin die Segnung empfangen. Wenn man von einem Zentrum zum anderen reist, bemerkt man mit Staunen die Mischung der Rassen, Kulturen und Länder, die hier alle friedlich beisammenleben. Trotz angestrengten Nachdenkens ist mir keine andere neue religiöse Bewegung eingefallen, die so durch und durch international ist wie die Vereinigungskirche. Das liegt teilweise daran, daß alle Ehen arrangiert werden, denn die Paare werden von Reverend Moon zusammengestellt.

Die Zeitungsberichte machen zwar die Öffentlichkeit darauf aufmerksam, daß dies eine Jugendbewegung ist, doch glaube ich nicht, daß dies in vollem Umfang den Tatsachen entspricht. In Korea stellt man fest, daß die Kirche jetzt Mitglieder aller Altersstufen zählt. In Japan liegt das Alter der Mitglieder generell etwas über dem Durchschnittsalter in den USA. Eine oft verkannte Tatsache ist jedoch, daß die täglichen, kurzfristigen Aufgaben der Kirchenführung von jungen Leuten erledigt werden. Es ist ein "Kinderkreuzzug". Ungeschulte junge Leute im Hochschulalter werden in Verantwortungs- und Führungspositionen gestellt, für die sie kaum eine Ausbildung erhalten. Auf diese Weise gehe man durch einen Reifeprozeß, so berichten die meisten unter ihnen. Jedoch kommen auch unweigerlich schwerwiegende Fehler vor, die wiederum zu neuen Presseschauergeschichten Anlaß geben.

Als ich zum Wochenendseminar in Boonville ging, sagte man uns: "Der Sinn unseres Zusammenseins ist es, geschwisterliche Liebe zu erfahren" --dagegen ist kaum etwas einzuwenden, da Sex für unverheiratete Moonies tabu ist. Unser Leiter erklärte: "Vielleicht erfüllen sich die Dinge, die sich mein Herz wünscht"--gewiß hat dieses Ziel schon seit Jahrhunderten die Menschen zur Religion gebracht. "Volle, reichliche Freude für die Gesamtheit"--das ist ein Begriff, der in einer von Selbstsucht beherrschten Zeit besonders anziehend wirkt. "Wir müssen sämtliche Konflikte ausmerzen und uns auf einer gemeinsamen Basis vereinigen", erfuhren wir. Es

muß eine Revolution, ein großer Wandel des Herzens und der Liebe stattfinden. "Ein reifer Mensch strömt Liebe aus, und Gott ist die Quelle dieser Liebe." Die Bewegung schöpft ihre Hauptanziehungskraft aus der Aussage, daß ein tiefgreifender Wandel, sogar Vollkommenheit des Menschen und der Gesellschaft bisher unmöglich waren, heute aber erreicht werden können--wenn wir die Gelegenheit ergreifen. Der Glaube daran setzt jedes Fünkchen Energie eines Menschen frei, ganz gleich, ob auf lange Sicht die Erfüllung kommt oder nicht.

Trotz all der Zeit, die ich für Nachforschungen, Studien und Interviews auf-wendete, kam ich nur in relativ wenigen Punkten zu eindeutigen Antworten. Je mehr ich mit meinen Nachforschungen in die Tiefe drang, desto überzeugter wurde ich, daß die Bewegung unweigerlich alle wichtigen Probleme der Religion und der heutigen Gesellschaft aufdeckt. Aber wie lauten denn die verbleibenden Fragen? Allein schon durch das Aufzählen dieser Fragen wird man zur rigorosen Überprüfung seiner eigenen Person gezwungen.

1. Sind viele unserer religiösen Institutionen so ziellos geworden, daß sie keine klaren Glaubensaussagen mehr machen und deshalb die heutige Jugend nicht mehr in einer Weise anziehen können, die deren religiöses Verlangen befriedigt?

2. Ist unsere moralische Situation so sehr in zerstörerisches Laissez-faire ausgeartet, daß die Anziehungskraft des strikten Lebens der Moonies ein Beweis für die Tiefe unseres Falles von Werten wie einem reinen religiösen Leben ist? Sucht die Jugend heute wieder nach Disziplin und Ordnung?

3. Ist unsere innere und äußere Familienstruktur aufgelöst und zerrissen, so daß sie nicht mehr die Wärme und Führung gewährleisten kann, die ein Kind braucht? Wie hat sich die Scheidungsquote auf die Kinder dieser Generation ausgewirkt?

4. Haben wir von Liebe gesprochen, ohne zu wissen, wie wir Liebe selbstlos geben können, außer als Befriedigung unserer eigenen Wünsche oder als sexuelle Leidenschaft?

5. Wie wird das Reich Gottes auf die Erde kommen, und wie wird Gottes Wille für die Menschheit erfüllt werden, wenn die religiösen Versprechungen bis heute noch nicht verwirklicht worden sind?

6. Sollte eine Religion abgeschieden von einer korrupten und korrumpierenden Gesellschaft asketische Reinheit suchen, oder muß sie trotz Konflikt und möglicher Befleckung in die politische, künstlerische, wirtschaftliche oder allgemeine Kulturszene tauchen?

7. Leidet Gott bitterlich unter dem Zustand der Menschen? Stehen wir also einem Gott gegenüber, der tiefstes menschliches Leiden empfindet und dessen Traurigkeit durch die Bemühungen des Menschen beseitigt werden muß, so daß beide wieder Freude erfahren können?

8. Ist es möglich, alle Religionen zu vereinen, oder ruft jeglicher Versuch in diese Richtung nur eine weitere trennende Kraft ins Leben, weil gerade die zur Vereinigung aufgeforderten Gruppen darauf negativ reagieren?

9. Stimmt es, daß niemand die Wahrheit direkt erhalten kann, sondern vielmehr erst darauf vorbereitet, umsorgt und geliebt werden muß, bevor man ihm dann zum richtigen Zeitpunkt tieferen Einblick gewährt?

10. Gibt Gott weitere Offenbarungen, so daß sein Wort niemals endgültig ist, sondern sich zu neuen Zeiten und an neuen Orten weiter offenbart?

11. Brauchen wir für religiöse Bekehrungen und religiöses Wachstum eine Schlüsselfigur? Ist jeder Versuch, eine Religion individuell zu praktizieren, zum Scheitern verurteilt? Muß Gott erst seine Familie errichten, bevor religiöses Leben möglich ist?

12. Leben wir in einem messianischen Zeitalter? Ist es wirklich das Zeitalter, in dem Gott entscheidend wirken könnte? Kann es sein, daß der versprochene Tag der Vollendung des Werkes Gottes da ist? Wie können wir die Gültigkeit der Zeichen beurteilen, die dieses Ereignis ankündigen sollen?

13. Ist es möglich oder war es Gottes Absicht, daß uns die Theologie ausführliche Antwort auf all unsere Fragen gibt? Kann die Wahrheit in einigen Angelegenheiten keine endgültige Lösung anbieten, weil grundlegende Differenzen bezüglich Perspektive und Voraussetzungen jede Wiedervereinigung ausschließen?

14. Ist es nötig, daß wir einen Menschen entweder als Teufel oder als Heiligen sehen? Dürfen wir in Führer mehr hineinlegen--im positiven als auch im negativen--als die Verhältnisse rechtfertigen? Ist es typisch, daß wir bezüglich unserer religiösen Bedürfnisse erst zu hohe Ansprüche an religiöse Persönlichkeiten stellen und anschließend übermäßig enttäuscht sind?

15. Kann das Reich Gottes nur mit menschlicher Hilfe errichtet werden, und müssen--falls wir nichts für seine Errichtung tun--sowohl Gott als auch der Mensch leiden?

16. Muß ein Mann, dessen Lehren man glauben soll, eine reine Vergangenheit haben? Können wir es als normal betrachten, daß religiöse Persönlichkeiten verleumdet werden?

17. Wenn Jesus von seinen Jüngern im Stich gelassen wurde--welche Verantwortung ergibt sich für uns daraus? Inwiefern hängt die Errichtung des Reiches Gottes von unserer Treue und unseren Anstrengungen ab? Falls Jesu Werk noch nicht vollendet ist--wie und wann wird dann die Vollendung erfolgen?

18. War die christliche Doktrin bisher von ihrer theoretischen Grundlage her so stark westlich, daß jetzt die Zeit reif ist, in der sie sich mit östlichem Gedankengut und östlichen kulturellen Traditionen vereinen sollte?

19. Ist es möglich, Gutes aus "falschen" theologischen Gründen zu tun und dennoch mit einer persönlichen Reformation Erfolg zu haben, während andere "reinere" Theologien versagen?

20. Bringt der Heilige Geist durch sein Wirken stets eine reine Doktrin hervor, oder kann er auch außerhalb akzeptabler theologischer Formen eine Erleuchtung geben? Sind alle Religionen in ihrer ursprünglichen Form rauh und ungefeilt, so daß sie erst eine Zeitlang geläutert und praktiziert werden müssen, bevor die Gesellschaft sie akzeptieren kann?

21. Wie können wir einen Propheten Gottes zur Zeit seiner Sendung erkennen ?

22. Hat die Erlösung auch einen physischen Aspekt, so daß wir auf unsere physische Wiederherstellung ebenso bedacht sein müssen wie auf die geistige?

23. Wieviele von den gegen die Vereinigungskirche erhobenen Anschuldigungen könnte man auch gegen andere religiöse Bewegungen erheben? Sind weltliche und geistige Ziele wirklich miteinander unvereinbar?

24. Macht jede Religion in ihrer Entstehungszeit der Menschheit größere Hoffnungen als sie letztlich erfüllen kann? Beziehen alle ihre Energie aus der Macht der Versprechungen, von denen sie später Abstand zu nehmen gezwungen sind, so daß sie sich letzten Endes mit geringeren Zielsetzungen zufrieden geben?

25. Welche Kräfte offenbaren sich uns in Idealismus, Engagement, Selbstaufopferung, Bekehrung und jugendlicher Anziehungskraft?

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